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08.12.2016 - 14:20

Einsätze gegen Stromausfälle "unter Lebensgefahr"

05.02.2014, 13:25
Seit Tagen hält nun das tiefwinterliche Wetter die Einsatzkräfte in weiten Teilen des Landes auf Trab. In der Weststeiermark müssen die Menschen seit Tagen ohne Energieversorgung auskommen. Erst langsam beruhigt sich dort die Lage. In Kärnten waren Mittwoch früh rund 3.000 Haushalte ohne Strom, besonders betroffen waren das Lieser-, das Gitsch- und das Gailtal. In Osttirol wurden mittlerweile rund zwei Millionen Kubikmeter Schnee geräumt.

24 Rinder, davon elf Milchkühe, stehen im Stall von Renate (44) und Karl Krasser (47) in der steirischen Berggemeinde Wielfresen. Wenn der Strom ausfällt, streikt auch die Melkmaschine, und es bleibt nur noch die Hand zum Melken. Zwei Tage lang war das der Fall. Karl Krasser rechnet mit einem Verlust von etwa 130 Litern Milch. "Am meisten haben mir jedoch die armen Kühe leidgetan." Damit das in Zukunft nicht mehr vorkommt, hat die Familie jetzt ein Notstromaggregat angekauft: eine zwar teure, aber notwendige Investition.

Der Schneebruch ist es auch, der Familie Kiegerl aus Aibl einen Strich durch die Rechnung macht: "Seit Samstag 21 Uhr haben wir keinen Strom mehr", erzählt Gerlinde Kiegerl, die aber schon einiges gewohnt ist. "Bei uns kommt es immer wieder einmal vor, dass längere Zeit nichts geht. Aber so schlimm wie jetzt hat es uns noch nie erwischt."

"Wir arbeiten unter Lebensgefahr"

Unter anderem in Aibl in der Südsteiermark kämpfen Mitarbeiter der Energie Steiermark seit Tagen gegen die Naturgewalten. Das Waldstück gleicht einem Schlachtfeld. Kreuz und quer liegen Bäume herum. Der schwere Schnee hat die dicken Stämme geknickt wie Zahnstocher. Es ist eine Sisyphusarbeit: "Zwei Stunden nachdem wir die Leitung instand gesetzt hatten, ist wieder ein Baum umgefallen und hat den Strommast umgerissen", erzählt Einsatzleiter Franz Silgener.

Kurz bevor der Baum umstürzte, war ein Trupp Holzarbeiter vor Ort eingetroffen. Sie wollten ihn umschneiden. "Wir waren gerade dabei, das Werkzeug herzurichten. Dann hat es Rumms gemacht", berichtet Peter Brauchart. "Fünf Minuten später und wir wären nicht mehr da", so der Arbeiter. "Wir arbeiten unter Lebensgefahr", meint Silgener.

Irgendwann ist aber die Grenze der Belastbarkeit erreicht - nicht nur bei den Bäumen. "Gestern war ich 18 Stunden unterwegs", stöhnt Silgener. Das schwierige Gelände und das eiskalte Wetter erschweren die Arbeiten zusätzlich. Die Reparaturarbeiten werden wohl noch drei bis vier Wochen dauern.

Hubschrauber als "Räumfahrzeuge" in Kärnten

Das Winterwetter macht auch in Kärnten weiterhin Probleme. Nach erneuten Schneefällen in der Nacht waren am Mittwochmorgen wieder rund 3.000 Haushalte ohne Strom. Laut Kelag- Sprecher Josef Stocker hoffte man darauf, bis zum Abend die Leitungen repariert zu haben, konkrete Prognosen seien aber schwierig, das hänge vom Wetter ab. Lokal gab es durch die Stromausfälle auch Störungen bei den Mobilfunknetzen.

Die Ausfälle hatten auch Auswirkungen auf den Schulbetrieb, vielerorts fiel der Unterricht aus. Das Bundesheer kündigte indes an, Schnee und Eis mit Hubschraubern von den Bäumen entfernen zu wollen. Mit dem sogenannten Downwash der Rotoren werden dabei Eis und Schnee weggeblasen (kl. Bilder).

Trotz aller Probleme hat sich die Lage aber insgesamt weiter entspannt. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) erklärte deshalb, der Krisenstab werde vorläufig nicht mehr jeden Tag einberufen werden. Am Weißensee wagte das Eismeister- Team sogar eine erste Befahrung der zugefrorenen Wasserfläche (Video in der Infobox).

Zwei Millionen Kubikmeter Schnee in Osttirol geräumt

Eine "stolze Leistungsbilanz" zogen die Behörden nach den massiven Schneefällen in Osttirol. Insgesamt zwei Millionen Kubikmeter Schnee auf 286 Kilometern Landesstraßen seien von 68 Landesstraßenmitarbeitern im Schichtdienst rund um die Uhr geräumt worden, teilte das Land Tirol am Mittwoch mit. Der zuständige LHStv. Josef Geisler (ÖVP) sprach von einer "beeindruckenden Leistungsbilanz im Dienste der Sicherheit".

Feuerwehren errichten Satellitennetz in Slowenien

Mehr als 120 niederösterreichische Feuerwehrleute setzten zudem am Mittwoch ihren winterlichen Hilfseinsatz in Slowenien fort. Nun sollen zwei Satellitenstationen eingerichtet werden, die nach dem Stromausfall die Einsatzkommunikation erleichtern sollen. Rund 25.000 Einwohner konnten in der Zwischenzeit wieder mit Wasser, Heizung und Strom versorgt werden, teilte Sprecher Franz Resperger mit.

Bereits am Montag hatten die Feuerwehrleute eine ganze Ortschaft in Vitanje und ein Krankenhaus in Postonja wieder mit Strom versorgt. Eisregen hatte im Nachbarland zu massiven Stromausfällen geführt.

05.02.2014, 13:25
E. Grabenwarter, M. Krisper, J. Fürbass und J. Traby, Kronen Zeitung/AG/red
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