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27.07.2016 - 03:13
Foto: APA/Alexander Schwarzl

Flüchtlinge bewarfen die Polizei mit Essen

02.06.2015, 09:05
Am Montag gab's Putenhascheeknödel mit Sauerkraut. Für jene 200 Asylwerber (80 weitere sollen kommen), die in Zelten bei der Linzer Polizei einquartiert sind, wird extra mit Puten- statt Schweinefleisch gekocht. Dennoch gab's - wie berichtet - Randale: Weil ihnen das Essen nicht passt, wurden Polizisten mit Lunchpaketen beworfen.

"Wir sind neun Leute in der Küche, unsere Situation ist grenzwertig. Wir kochen normalerweise immer 300 Essen pro Tag, seit zwei Wochen sind es um 200 Mahlzeiten mehr. Die Asylwerber haben meistens einen eigenen Speiseplan, weil sie großteils Moslems sind und kein Schweinefleisch essen", berichtet Küchenchef Erwin Schlager von der Kantine des Polizeiunterstützungsvereins in der Nietzschestraße in Linz. "Meine Leute gehen schon auf den Knien", bestätigt auch Wolfgang Rittberger, Vorstand des Unterstützungsvereins.

Wie sieht die Verpflegung der Asylwerber tatsächlich aus? Morgens gibt es ein Wiener Frühstück mit zwei Semmeln, Butter, Marmelade und Nutella, dazu Tee. Montagmittag gab es Putenhascheeknödel mit Sauerkraut und Saft. Für den Abend werden Lunchpakete ausgeteilt: Sie bestehen aus zwei Weckerln, einer Banane, Käse und Putenwurst.

Warum ist es interessant, wie die Aslywerber verpflegt werden? Ein Syrer hatte, wie berichtet , gedroht, sich den Hals mit einem Messer aufzuschneiden. Er war mit der Verpflegung und der Größe der Essensrationen unzufrieden, beschwerte sich auch, weil er keine Gratisrauchwaren bekam. Die Situation drohte zu eskalieren, als sich 50 Asylwerber dem lautstarken Protest anschlossen. Acht Funkstreifen mussten eingreifen, als die Ordnungshüter vor Ort von dem Mob mit Lunchpaketen beworfen wurden.

Als erste Maßnahme sollen nun Essens- Bons an die Asylwerber ausgeteilt werden, um zu verhindern, dass sich manche gleich zwei- oder dreimal bei der Ausgabe der Mahlzeiten anstellen. "Wir vermuten, dass es deshalb zu der Protestaktion kam", meint Rittberger. Der Wunsch vieler Asylwerber, auch abends eine warme Mahlzeit zu bekommen, scheitert am Aufwand.

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02.06.2015, 09:05
Christoph Gantner, Kronen Zeitung
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