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06.12.2016 - 06:54
Jan Böhmermann, Recep Tayyip Erdogan
Foto: AP, EPA

"Staatskrise nach Witz ist Problem des Staates"

06.10.2016, 06:00

Der ZDF- Moderator Jan Böhmermann hat erfreut auf die Einstellung der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen ihn reagiert und sich zugleich kritisch über die Zustände in der Türkei geäußert. Er freue sich, dass er nun wieder "rausgehen" dürfe und "Witze zu jedem Thema machen kann", sagte Böhmermann am Mittwoch in einem Internetvideo. Und weiter: "Wenn ein Witz eine Staatskrise auslöst, ist das nicht das Problem des Witzes, sondern des Staates."

Der TV- Satiriker zeigte sich erfreut, dass die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss gekommen sei, "dass ich ein unseriöser Quatschvogel bin, der beruflich Blödsinn macht". "Alles andere hätte ich zwar schmeichelhaft, aber auch einigermaßen beunruhigend gefunden."

Die Staatsanwaltschaft in Mainz hatte am Dienstag mitgeteilt, dass Böhmermann aus ihrer Sicht mit seinem umstrittenen "Schmähgedicht" den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan strafrechtlich nicht beleidigt hat. Der TV- Satiriker hatte das Gedicht Ende März in der Sendung "ZDF Neo Royal" verlesen und war daraufhin von Erdogan angezeigt worden. Böhmermann sagte in dem Videobeitrag, man könne Witze immer überflüssig oder gelungen finden. "Wenn ein Witz eine Staatskrise auslöst, ist das nicht das Problem des Witzes, sondern des Staates."

"'Böhmermann- Affäre' ist ein trauriger Witz"

"Im Vergleich zu dem, was kritische Journalisten, Satiriker oder Oppositionelle in der Türkei damals und auch jetzt gerade durchmachen, ist dieses ganze Theater um die 'Böhmermann- Affäre' schon wieder ein großer trauriger Witz für sich, der sich leider völlig außerhalb meiner professionellen Qualitätskontrolle befindet", so Böhmermann weiter. Er freue sich, dass er nun wieder "rausgehen" dürfe und "Witze zu jedem Thema machen kann".

Mit seiner "Schmähkritik" zog sich Böhmermann den Zorn Erdogans zu.
Foto: Screenshot zdf_neo

Böhmermann hob in dem Video hervor, der umstrittene Beitrag in der ZDF- Sendung sei "genau so mehrere Tage im Voraus geplant und vorbereitet worden". Die Sendung vom 31. März sei "ganz normal und so gewissenhaft wie immer vom ZDF abgenommen" worden.

Moderator dankt Sender und Redakteuren

Der Moderator sagte dazu: "Es ist enorm wichtig für mich als Künstler, in solchen Momenten und Zeiten einen starken, selbstbewussten öffentlich- rechtlichen Sender mit klarer unabhängiger Haltung und selbstbewussten Redakteuren hinter sich zu wissen, der Streit, Diskurs und Meinungsvielfalt nicht nur aushält, sondern aktiv befördert, auch wenn es manchmal ein bisschen ungewohnt und anstrengend ist."

06.10.2016, 06:00
AG/red
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