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22.12.2014 - 10:51

Melzer in 3. Runde gegen Berdych völlig chancenlos

18.01.2013, 11:24
Melzer in 3. Runde gegen Berdych völlig chancenlos (Bild: EPA)
Foto: EPA
Er war sich seiner Außenseiterrolle bewusst und hatte trotzdem darauf gehofft, ein Match auf Augenhöhe bestreiten zu können – leider bewahrheitete sich für Jürgen Melzer in der dritten Runde der Australian Open nur erstere Einschätzung. Der als Nummer 26 gesetzte Deutsch- Wagramer unterlag dem Weltranglisten- Sechsten Tomas Berdych am Freitag in 1:49 Stunden klar mit 3:6, 2:6 und 2:6. Der Tscheche trifft nun im Achtelfinale auf den Südafrikaner Kevin Anderson.

"Es ist natürlich schade, wenn man eine ziemliche Klatsche kriegt. Aber man muss fairerweise anerkennen, dass er heute ein sehr hohes Niveau gespielt hat", meinte Melzer nach seinem heuer letzten Match in Melbourne. "Er hat aus allen Ecken gefeuert und ich bin mit seinem Tempo und der Länge nicht zurecht gekommen." Er selbst habe gar nicht so schlecht gespielt. "Aber er hat mich einfach überpowert. Im Endeffekt war ich heute mittellos gegen ihn."

Unglücklicher Start für Melzer

Das Spiel, das im Gegensatz zu den Vortagen bei deutlich kühleren Temperaturen um 23 Grad stattfand, hatte schon nicht nach Wunsch für Melzer begonnen: Nach einer für ihn erfolgreichen "Challenge" wurde das bereits Berdych zugeschriebene erste Game fortgesetzt, Melzer fand einen Breakball vor, doch dann verpasste er nach einer längeren Grundlinien- Rallye diese Chance ("Da hat er mich kalt erwischt").

Diese von Berdych stark abgewehrte Breakchance im Auftaktspiel sollte letztlich die einzige für Melzer überhaupt bleiben. Berdych überzeugte einmal mehr mit mächtigem Aufschlagspiel: 86 Prozent seiner ersten Aufschläge, die im Feld landeten, brachten ihm den Punkt. Melzer hingegen kassierte zum 0:2 ein schnelles Break und gab auch im zweiten und dritten Satz jeweils gleich zum 0:1 seinen Aufschlag ab.

Aufschlag war "das Einzige, mit dem ich nicht zufrieden war"

Auch von der Grundlinie konnte Melzer dem ATP- Sechsten nicht zusetzen: 23 Winner standen ebenso viele unerzwungene Fehler gegenüber – Berdychs Bilanz lautete 32:16 in diesem Vergleich. "Wir haben gute Rallyes gespielt, aber er hatte in 80 Prozent die besseren Antworten. Er hat mit dem Tempo, das ich ihm gegeben habe, immer gekontert und sich so gut bewegt." An sich selbst hatte Melzer vor allem eines auszusetzen: seinen Aufschlag. "Das war das Einzige, mit dem ich überhaupt nicht zufrieden war."

Melzer darf sich trotz seines Ausscheidens mit einem Preisgeld von knapp 57.200 Euro und der Erkenntnis trösten, dass er erstmals seit Wimbledon 2011 bei einem Major- Turnier wieder einmal unter den besten 32 Spielern gestanden ist. Außerdem wird der 31- jährige Weltranglisten- 29. im ATP- Ranking Boden gutmachen, da er im Vorjahr schon in Runde eins gescheitert war.

"Habe ein Fünfsatzmatch bei gefühlten 40 Grad gewonnen"

Vor allem sportlich gesehen zog Melzer aber eine positive Bilanz: "Ich fühle mich körperlich wieder so, dass ich mich gut bewege, in die Ecken komme. Ich bin froh, wieder auf einem Level zu spielen, mit dem ich mich abfinden kann. Ich kann laufen, ich habe ein Fünfsatzmatch bei gefühlten 40 Grad gewonnen, ich habe wieder so Tennis gespielt, dass ich gesagt habe, das macht Spaß, ich mache weiter." Die vergangenen eineinhalb Jahre mit all den Wehwehchen seien frustrierend für ihn gewesen. "Jetzt kann ich körperlich auf diesem Niveau mitspielen. Spielerisch glaube ich schon dran, dass ich noch mitspielen kann."

Sein nächstes großes Ziel ist nun der Davis Cup (1. bis 3. Februar in Astana) gegen Kasachstan. "Ich fahre mit einem sehr guten Gefühl nach Astana. Ich habe mich gut präsentiert, habe meine Matches gewonnen, die ich zu gewinnen hatte und gegen einen besseren Spieler verloren." Seine nächsten Einsätze auf der ATP- Tour steigen in Zagreb, Memphis und Acapulco – in Memphis ist er zwar Titelverteidiger, aber "selbst, wenn es in Memphis nicht so gut läuft: Ich fühle mich wieder gut, und wenn ich gesund bleibe, werde ich am Ende des Jahres wieder da stehen, wo ich hingehöre."

AG/red
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