Ab 1. Dezember sollen im Fernsehen bis zu 600 Spots laufen, Hörfunkbeiträge werden im Radio gesendet und 2,5 Millionen Informationsfolder an Autofahrer verteilt. An den Autobahnen und Schnellstraßen wird mit Plakaten und auf Überkopfwegweisern - sofern es die Verkehrssituation zulässt - auf das neue Gesetz hingewiesen, auch die Raststationen werden miteinbezogen.
Drei Millionen Euro wird die Kampagne kosten, sagte Asfinag- Vorstandsdirektor Klaus Schierhackl. Im Frühjahr soll eine zweite intensive Informationsoffensive starten, um auch ausländische Autofahrer zu informieren.
"Unser erstes Ziel ist, Unfälle zu verhindern. Das zweite ist, wenn etwas passiert, dass wir so schnell wie möglich helfen", betonte am Montag Verkehrsministerin Doris Bures. Sie zeigte sich optimistisch, dass Autofahrer die neue Regelung rasch umsetzen werden. Martin Germ, Leiter des Verkehrsdienst im Innenministerium, bezeichnete die Rettungsgasse als "unsichtbaren Dirigenten", der die Autofahrer im Falle von Staubildungen auf den vorhandenen freien Platz auf der Fahrbahn lotst. "Es geht uns nicht darum, Strafen zu kassieren. Wir wollen, dass sich die Autofahrer daran halten", betonte er.
Kommt es auf Autobahnen oder Schnellstraßen zu stockendem Verkehr oder Stau, sind alle Verkehrsteilnehmer verpflichtet, eine Rettungsgasse (Bild: Einsatz auf der Inntalautobahn in Deutschland) zu bilden. Auf zweispurigen Fahrbahnen ordnen sich alle Fahrzeuge auf der linken Spur parallel zum Straßenverlauf am linken Fahrbahnrand ein, alle anderen weichen so weit wie möglich an den rechten Rand aus, auch auf den Pannenstreifen.
Dasselbe System gilt auf drei- oder mehrspurigen Fahrbahnen. Alle Fahrzeuge auf der äußersten linken Spur fahren so weit wie möglich nach links. Alle anderen Spuren fahren so weit wie möglich nach rechts. So entsteht die Rettungsgasse (Video über die Funktion der Rettungsgasse: siehe Infobox). Weitere Details zur Rettungsgasse liefert eine Info- Website der Asfinag. Übrigens: Die Rettungsgasse ist bei Staubildung immer Pflicht - und nicht nur im Falle eines Unfalls.
Mit der Einführung der Rettungsgasse wird eine langjährige Forderung von Einsatzkräften umgesetzt. "Das Rote Kreuz forderte viele Jahre die Einführung der Rettungsgasse, nun wird sie in wenigen Wochen auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen Realität", zeigte sich Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, erfreut: "Erfahrungen aus Deutschland zeigen, dass die Rettungsgasse bis zu vier Minuten Zeitersparnis bringt." Positive Reaktionen kamen unter anderem auch vom Arbeiter- Samariter- Bund, dem Bundesfeuerwehrverband und den Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC.