Sa, 18. November 2017

Teures „Äußerln“

23.08.2007 07:35

Flugzeug musste wegen Elsners Hund landen

Sehr teuer ist Investmentbanker Wolfgang Flöttl der Urlaub gekommen, den Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner mit seiner Familie - auf Kosten von Flöttl - im August 2000 auf den Bahamas verbrachte. Nicht nur, dass sich Elsner dazu ein Privatflugzeug gewünscht habe, wurde die Geschichte auch noch dadurch verteuert, dass laut Flöttl der Hund von Elsner, ein Labrador namens Monty, während des Fluges "äußerln" musste. Die dafür notwendige Zwischenlandung auf den Azoren führte zu Extrakosten von 10.000 Dollar. Für einen Knalleffekt hat am 19. Verhandlungstag des BAWAG-Prozesses auch ein brisanter Telefonmitschnitt gesorgt, den Flöttl präsentierte...

Elsner widersprach diesen Angaben. Die Zwischenlandung sei nur deswegen erfolgt, weil das Flugzeug auftanken musste, mit dem Hund habe der Stopp auf den Azoren nichts zu tun gehabt. "Flöttl wollte, dass wir kommen", meint Elsner. Flöttl habe seinen Urlaub mit ihm machen wollen. Der Urlaub sei eine "private Sache" gewesen, über Investitionen habe er dabei mit Flöttl nicht gesprochen.

Verteidiger Peter Schmautzer, "Flugexperte" unter den anwesenden Rechtsanwälten, bezweifelte die Angaben von Flöttl: Eine Zwischenlandung könne nicht so viel kosten, die Flughafengebühren würden maximal 1.000 Dollar ausmachen, warf Schmautzer ein. Laut Flöttl hat das Privatflugzeug pro Stunde aber bereits 8.000 bis 9.000 Dollar gekostet.

Flöttl: "Elsner hat sich selbst eingeladen"
Anfang August 2000 - die neuen Veranlagungen der BAWAG liefen gerade nicht sehr erfolgreich - habe ihm Elsner mitgeteilt, dass er zu ihm nach Übersee kommen werde. "Elsner hat sich selbst eingeladen", betonte Flöttl. Ihm hätte der von 18. August bis 9. September dauernde gemeinsame Urlaub "nicht viel Spaß gemacht". Auch seine Frau habe die dominante Persönlichkeit von Elsner nicht ausgehalten und sei bereits nach zwei bis drei Tagen abgefahren. Elsners Darstellung wich wieder davon ab, Flöttl habe auf dem gemeinsamen Urlaub bestanden.

Flöttl stellte den Urlaub so dar: Elsner wollte auf die Bahamas kommen und habe wie früher mit seinem Privatflugzeug fliegen wollen. Dieses hatte Flöttl aber nicht mehr, sondern habe eines mieten müssen. Die gemietete Gulfstream V sei das beste Privatflugzeug gewesen, das man kriegen konnte. Elsner sei eine dominante Persönlichkeit gewesen und habe es so haben wollen, meinte Flöttl. Das Flugzeug sei von Flöttls Nachbarin auf den Bahamas, der Kaufhaus-Erbin Heidi Horten, gestellt worden, widersprach Elsner.

Gelächter im Schwurgerichtssaal
Flöttls Aussage, dass neben Tochter und Schwiegersohn auch die Mutter des Schwiegersohns und der Hund Elsners mit waren, führte im beinahe voll besetzten Großen Schwurgerichtssaal zu Gelächter. Der Hund sollte ursprünglich auch unter Quarantäne gestellt werden, was aber vermieden werden konnte. Flöttl stellte ausßerdem fest: "Es war kein Spaß für mich, mit Elsner auf die Bahamas zu fliegen".

Flöttl-Geständnis
Am Mittwoch ist außerdem ein Telefonat zwischen Wolfgang Flöttl und Helmut Elsner über das von Flöttl verfasste Geständnis zu den von ihm verursachten Spekulationsverlusten von über 400 Millionen Euro mit Uni-Bonds ist am Mittwoch im Gerichtssaal im Wiener Landesgericht abgespielt worden. Den kompletten Text zum Nachlesen findest du in der Infobox!

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