Fr, 19. Jänner 2018

Spionage-Affäre

02.08.2007 14:11

McLaren unterstellt Ferrari illegalen Sieg

In der Spionage-Affäre zwischen den Formel-1-Teams McLaren-Mercedes und Ferrari werden vor dem Grand Prix von Ungarn immer schwerere Geschütze aufgefahren. McLaren-Teamchef Ron Dennis (Bild) hat den Konkurrenten in einem Offenen Brief an den Italienischen Automobil-Verband (ACI) beschuldigt, beim Saisonstart in Melbourne ein illegales Auto verwendet zu haben. Kimi Räikkönen habe den GP von Australien laut Dennis mit illegalem Unterboden und Heckflügel-Teiler gewonnen.

Aufmerksam war McLaren darauf erst vom unzufriedenen und später entlassenen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney gemacht worden. Der Brite, der den mittlerweile suspendierten McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan kontaktiert hatte, hatte die Spionage-Affäre ins Rollen gebracht. Stepney habe "im Interesse des Sports gehandelt. Das Petzen muss in solchen Fällen gefördert und nicht verurteilt werden", meinte Dennis. Dennoch gestand der McLaren in dem Brief indirekt ein, von Stepney mit Ferrari-Daten versorgt worden zu sein.

In der Vorwoche war McLaren wegen des Besitzes illegaler Ferrari-Informationen vom Weltverband FIA verwarnt worden. Sanktionen wurden mangels schlüssiger Beweise keine verhängt, Ferrari hat aber Berufung eingelegt. Das englische bezichtigte das italienische Team daraufhin einer Schmutzkübelkampagne. Die Revanche folgte prompt. "Ferrari hat beim Australien-Grand-Prix, den sie gewonnen haben, illegale Teile benutzt", versicherte Dennis, der die Informationen laut eigenen Angaben an die FIA weitergeleitet hat.

Das Ergebnis des Saisonauftakts, den Räikkönen vor den McLaren-Piloten Fernando Alonso und Lewis Hamilton für sich entschieden hatte, werden die Engländer nicht anfechten. "Im Interesse des Sports", betonte Dennis. Er wolle nur darauf aufmerksam machen. "Wenn Stepney nicht geredet hätte, würde Ferrari immer noch diesen Unterboden fahren", meinte der McLaren-Teamchef. "Er hat also nach den Geboten der Fairness richtig gehandelt."

In seinem fünfseitigen Brief an ACI-Präsident Luigi Malcuso, der am Mittwochabend auf der McLaren-Website veröffentlicht worden war, rechtfertigt Dennis auch die ausgebliebenen FIA-Sanktionen gegen seinen Rennstall. McLaren habe Coughlan angehalten, den Kontakt zu Stepney einzustellen. Dennoch hatten sich die beiden Engländer am 28. April in Barcelona getroffen. In weiterer Folge waren in Coughlans Haus zwei Datenträger mit vertraulichen Ferrari-Informationen sichergestellt worden, der Chefdesigner wurde von McLaren suspendiert.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden