Mo, 20. November 2017

Foda-Nachfolger

05.11.2017 09:03

Sturm: „Genug Zeit, um Richtigen herauszuzaubern“

Sturm Graz lacht nach einem torlosen Heim-Remis im Schlager gegen den Tabellendritten Rapid nach der 14. Runde weiter von der Spitze der Bundesliga. Nach der Bestellung von Franco Foda zu Wochenbeginn zum neuen ÖFB-Teamchef ist nun Sturm-Sportdirektor Günter Kreissl gefordert, damit die Steirer auch künftig im Titelkampf ein Wort mitreden können. Er muss den idealen Foda-Nachfolger finden.

"Wir wollen den erfolgreichen Weg weiterführen, das macht das Ganze natürlich speziell herausfordernd", gestand Kreissl am Samstag im Sky-Interview. "Diese Woche war für mich eine Recherchewoche, wo ich über die zwei, drei Namen hinaus, die mich von Anfang an interessiert haben, versucht habe, mir speziell den gesamten deutschsprachigen Markt genauer anzusehen, zu recherchieren, Gespräche zu führen, und zu versuchen, Informationen über diverse mögliche Kandidaten einzuholen", berichtete der 43-Jährige.

Da Foda noch bis Ende der Herbstsaison die "Blackies" betreuen wird, bleibt Kreissl genug Zeit, "um den Richtigen herauszuzaubern", wie Sturm-Präsident Christian Jauk es ausdrückte. "Wir haben jetzt keine Eile, es wird step by step weitergehen", betonte der Sportdirektor, der wohl erst am Ende der Herbstsaison den neuen Coach der Grazer vorstellen wird.

Kreissl ist der Ansicht, dass es "ein wenig gefährlich" wäre, "zu früh einen neuen Trainer zu präsentieren, weil der hier sonst sehr früh pausenlos bei jedem Sieg oder Niederlage gefragt werden würde, was das für ihn bedeutet, ob es gut oder schlecht ist, wie er die Leistung der Mannschaft einschätzt". Außerdem genieße Foda weiter "volles Vertrauen" von Sturm.

Laut Jauk muss der neue Cheftrainer "zu uns passen. Sturm ist ein emotionaler Verein, da braucht man die nötige Ruhe, am Ende des Tages entscheidet die Qualität", gab der Klubchef zu Protokoll. Im Gegensatz zu Kreissl nahm Jauk auch zu einem möglichen Kandidaten auf die Foda-Nachfolge Stellung: "Roman Mählich ist, kann ich nur sagen, ein sympathischer Bursche, passt eigentlich ganz gut zu Sturm."

Doch kaum hatte er dieses Urteil über den aktuellen Wiener-Neustadt-Trainer mit langjähriger Sturm-Spieler-Vergangenheit (1995 bis 2003) ausgesprochen, kam auch schon die Relativierung: "In dem Augenblick, glaube ich, ist jeder Kommentar, jedes Wort, das ich jetzt abgebe, bitte nicht überzuinterpretieren. Wir wissen es noch nicht, der Günter macht die Dinge in aller Ruhe und bereitet sie vor. Jede Spekulation ist derzeit viel zu früh."

Foda steht dagegen mit dem Teamcamp in Marbella seine Premiere als ÖFB-Teamchef bevor. "Ich werde Liebesentzug haben, weil ich eine Woche von meiner Frau und Sturm Graz getrennt bin", sagte der 51-jährige Deutsche nach dem Match gegen Rapid mit einem Schmunzeln. Auf die Frage, ob er das Bundesliga-Topspiel auch aus der Teamchef-Perspektive betrachtet habe, meinte Foda: "Wenn ich das könnte, wäre ich, auf Österreichisch gesagt, ein Wunderwuzzi."

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