Mo, 20. November 2017

„ORF-Ungustl“

28.10.2017 14:30

Baumgartner: Armin Wolf wird bald „einsam heulen“

Der Internet-Clinch rund um die Anti-Missbrauchs-Kampagne #metoo trieb zuletzt auch in Österreich seltsame Blüten. Wie berichtet, hatte sich Nina Proll negativ über den Web-Trend, der via Social Media einen neues öffentliches Bewusstsein für sexuellen Missbrauch schaffen soll, geäußert. Felix Baumgartner applaudierte, Armin Wolf kritisierte. Nun geht dieser Kampf in die nächste Runde.

Nachdem Wolf Proll erklärt hatte, dass sie nur falsch liegen kann, wenn ein Felix Baumgarnter ihr in einer Seximus-Debatte zustimmt, rückte der Stratosphären-Springer in der Nacht auf Samstag erneut zum Gegenangriff aus. Unter den Hashtags "#DerDerDenWolfpflanzt", "#ORFunGustl" und "#AMSarmin" schrieb Baumgartner, dass "Österreichs dahinscheidender Lohnsprecher" (Wolf) wieder einmal "erfolglos heult".

Leser und Baumgartner unterstützen "Vorstadtweib"
Der ehemalige Extremsportler erwähnte auch die zahlreichen Kommentare auf krone.at - unsere Leser hatten sich großteils für die beliebte Schauspielerin, die aktuell in der ORF-Produktion "Vorstadtweiber" zu sehen ist, und auch eher für den in der Schweiz lebenden "All-Felix" ausgesprochen.

"Einsamer Wolf" und "wenig Sauerstoff"
Doch Baumgartner ging in gewohnter Manier noch einen Schritt weiter: Es stelle sich auch die Frage, ob "ZiB 2"-Anchor Wolf "zum Thema Sexismus oder Sex überhaupt etwas zu sagen hat", schrieb er auf Facebook. "Denn so steif, wie er sich immer gibt, dürfte der 'Biedermann der Nation' der falsche Ansprechpartner sein. Gut, dass wir bald eine neue Regierung haben werden und der gute Armin dann ohnehin ein einsam heulender Wolf sein wird."

Wolf wiederum ließ das freilich auch nicht lang auf sich sitzen und erklärte Samstagnachmittag auf Twitter: "Noch eine simple Regel zur Orientierung: Du sollst nicht aus der Stratosphäre springen. Da ist einfach zu wenig Sauerstoff."

Jeder sechste Mann räumt sexuelle Belästigung ein
So skurril diese Querschüsse im Web teils anmuten - der Hintergrund, nämlich die Initiative #metoo, ist in diesem Fall ein sehr ernster. Missbrauchsvorwürfe gegen den US-Filmmogul Harvey Weinstein hatten weltweit ein neues Licht auf sexuelle Übergriffe geworfen. Tausende Frauen demonstrierten auf Facebook und Twitter unter dem Schlagwort "#metoo", wie verbreitet das Problem ist, und auch Männer bekannten sich mit dem Hashtag "#IHave" zu Übergriffen.

Mehr als jeder sechste Mann hat aktuellen Daten zufolge schon einmal jemanden sexuell bedrängt. 18 Prozent geben zu, sich selbst so verhalten zu haben, dass ihr Gegenüber dies "als unangemessen oder sexuell bedrängend empfunden haben könnte", wie eine Befragung von 2056 Personen des Instituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur zeigt. Unter den Frauen liegt der Anteil mit sechs Prozent deutlich niedriger. Umgekehrt geben 43 Prozent der weiblichen Befragten an, schon sexuell belästigt worden zu sein - gegenüber zwölf Prozent der Männer.

Martin Kallinger
Stv. Chefredakteur krone.at
Martin Kallinger
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