So, 22. Oktober 2017

Beim Österreich-GP

01.07.2017 19:21

Marko: Red Bull hat „eine gute Außenseiterchance“

Eine Woche vor dem Megaspektakel auf dem Spielberger Red Bull Ring fand der sportliche Hausherr Helmut Marko im großen "Krone"-Interview klare Worte!

"Krone": Drei dritte Plätze in Folge, dazu der Sieg in Baku - beste Werbung für den Heim-Grand-Prix. Wie sehr beflügelt diese Erfolgsserie das Red-Bull-Team?
Helmut Marko​: Wir haben seit Barcelona einen klaren Aufwärtstrend. Das Auto ist ungefähr eine Sekunde schneller geworden. Auch Renault hat nachgelegt. Das ist sehr ermutigend, aber noch können wir aus eigener Kraft nicht gewinnen!

"Krone": Trotzdem, nimmt man nur die letzten vier Rennen, wäre Daniel Ricciardo WM-Spitzenreiter. Macht Sie das als Motorsportchef stolz?
Marko: Noch einmal. Wir haben, was das Chassis betrifft, den Anfangsrückstand wettgemacht - sind in diesem Punkt wohl das stärkste Team. Aber wir müssen noch an der Zuverlässigkeit und auch am Motor arbeiten und zulegen.

Ganz oben im VIDEO sehen Sie die Highlights des jüngsten GP in Baku!

"Krone": Stolz?
Marko: Nicht stolz. Wir sind dort, wo wir hingehören. Wenn ich deine Hochrechnung fortführe, wären wir auf Augenhöhe mit Ferrari. Auf der anderen Seite aber haben wir bereits sechs Ausfälle in dieser Saison gehabt. Speziell leid tut mir das für Max Verstappen, der ja in den meisten Qualifyings noch mehr Speed hatte. Also, da wären wir noch einmal deutlich schneller.

"Krone": Apropos schnell: Hat Red Bull die Chance, das Heimrennen zu gewinnen?
Marko: Sagen wir einmal so: Die Power ist auf dem Red-Bull-Ring noch entscheidender als sonst wo. Das große Motor-Update bekommen wir nicht für Österreich. Ich denke, dass wir in der zweiten Saisonhälfte aus eigener Kraft gewinnen können, vielleicht auch schon in Silverstone und Budapest. Für Spielberg, glaube ich, haben wir eine gute Außenseiterchance!

"Krone": Wenn Sie als sportlicher Hausherr drei Wünsche fürs Heimspiel frei hätten, wie würden die denn lauten?
Marko: Der erste wäre ein volles Haus mit 80.000 Zuschauern, das sieht derzeit sehr gut aus. Der zweite wäre Regen am Start, leichter Regen. So, dass die Fans nicht durchnässt werden, die Strecke aber doch nass ist. Und der dritte wäre der Sieg eines Red-Bull-Autos.

"Krone": Vettel ist seit Baku in der Rangliste der "bösen Buben" an erster Stelle. Wie ist das zu erklären?
Marko: Sebastian ist ein emotionaler Mensch. Und ich bleibe dabei. So ein Formel-1-Auto hat durch den Elektromotor auch einen Bremseffekt, selbst wenn du nicht direkt auf das Pedal trittst. Ich sage: Hamilton hat ihn provoziert. Und bitte: Wir sind ja nicht in einem Mädchenpensionat. Geschwindigkeit war bei dem Rempler ja auch keine da.

"Krone": Dass die beiden keine Freunde sind, werden die Fans auch in Spielberg sehen.
Marko: Das wollen die Fans ja auch sehen. Die Menschen müssen im Vordergrund stehen. Bei Mercedes sticht Hamilton hervor und zu Ferrari passt ein heißblütiger Vettel ja auch ganz gut. Und es ist doch klar, dass es irgendwann einmal zur Konfrontation kommen musste. Die WM spitzt sich zu.

"Krone": Wer ist denn im Moment Ihr WM-Favorit?
Marko: Für mich bleibt es Vettel. Auch wenn Ferrari anscheinend durch die Öl-Geschichte im Benzin an Motorleistung verloren hat, im Renntrimm ist Sebastian der Stärkere.

Richard Köck, Kronen Zeitung

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