Do, 23. November 2017

Eine neue Ära

16.06.2017 17:04

Confed-Cup: Video-Pfiffe sorgen für Revolution!

Der am Samstag startende Confed-Cup läutet eine neue Fußball-Ära ein! Erstmals werden bei einem großen Turnier Video-Schiedsrichter zum Einsatz kommen: Acht zusätzliche Referees verfolgen deshalb die Spiele vor Monitoren! Und es gilt als sehr wahrscheinlich, dass das neue System auch bei der WM 2018 eingesetzt wird.

Denn die Unparteiischen sind durch das immer höhere Tempo auch immer öfter überfordert, machen Fehler. Etwa in einem Match mit Cristiano Ronaldo mitzuhalten, ist für einen Referee eine immense physische Belastung. 15 km/h schnelles Laufen und dabei neunzig Minuten lang den vollen Überblick behalten - fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Deshalb kommen nach ersten Tests bei der Team-WM in Japan beim Confed-Cup auch Video-Referees zum Einsatz: Über Funk ermöglichen sie dem Schiri auf dem Platz bei fragwürdigen Entscheidungen Korrekturen - allerdings nur in bestimmten, spielentscheidenden Situationen wie Tor, Elfmeter, Abseits und Rot.

"Alles, was zur Wahrheitsfindung beiträgt und ein Spiel fairer macht, sehe ich positiv", sagt Robert Sedlacek, Vorsitzender der ÖFB-Schiedsrichterkommission. Der aber auch die Bedenken kennt: "Die Umstellung ist mit enormen Kosten verbunden. Stadien müssen mit teurer Technik ausgestattet werden, für jedes Spiel benötigt man zusätzliches qualifiziertes Personal." Mindestens einen Techniker und einen zusätzlichen Schiedsrichter, der die dann entscheidenden "Video-Pfiffe" ausführt.

Einsatz bei WM 2018 sehr wahrscheinlich
Sehr wahrscheinlich, dass das neue System nach der Generalprobe beim Confed-Cup auch bei der WM 2018 zum Einsatz kommt. Russlands Stadien sind High-tech-Tempel. Im Gegensatz zu jenen in Österreich. Die müssten für die Einführung von Video-Schiedsrichtern, wie sie ab nächster Saison auch in der deutschen Liga geplant sind, aufwändig umgerüstet werden - Kosten in Millionenhöhe. Sedlacek: "Wir müssen ohnehin abwarten, bis das neue Regelwerk tatsächlich feststeht."

Fraglich ist für viele auch, ob der Spielfluss nicht zu sehr gestört wird. Tor, Jubel, Videobeweis, lange Unterbrechung, doch kein Tor: Der Pfiff nach dem Pfiff kann ein Match völlig aus der Balance bringen, sogar ins Chaos führen. Und die Nachspielzeiten deutlich verlängern. Dennoch stehen die Zeichen eindeutig auf Umbruch.

Anja Richter, Kronen Zeitung

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