Di, 12. Dezember 2017

Brachial-Komödie

14.06.2017 13:53

Irrer "Mädelstrip" mit Schumer und Hawn

Das müsste doch gut gehen: Zwei wegweisende Komikerinnen aus unterschiedlichen Generationen, exotische Drehorte und ein uriger Actionkomödien-Plot. Aber es lohnt nicht, lange drumherum zu schreiben: Leider ist "Mädelstrip" (Kinostart: 15. Juni) eine zugleich plump überdrehte und langwierige Aneinanderreihung von Sketchideen, die von den Talenten Amy Schumers und Goldie Hawns kaum Gebrauch macht.

Aber der Reihe nach. Schumer spielt in "Mädelstrip" nach dem weitgehend gelungenen "Dating Queen" wieder ihre Standardrolle der etwas zu lauten weißen US-Amerikanerin um die 30: zu verwöhnt, um ihr privilegiertes Leben zu schätzen; zu gerne neurotisch, um etwas an ihren Problemchen zu ändern. Emily Middleton heißt sie hier, eine Klamottenverkäuferin, die in den ersten Minuten des Films sowohl den Job als auch den Freund verliert. Der ist nämlich Musiker und gibt offen zu, dass er auf seiner ersten Tour lieber mit vielen Frauen schlafen will statt der einen Freundin daheim treu zu bleiben. Er spricht das laut aus - und auch später werden die Figuren nicht subtiler.

Durch die Trennung hat Emily ein weiteres Problem, denn sie findet niemanden, der als Ersatz für den Freund mit ihr einen bereits bezahlten Cluburlaub in Ecuador antritt. Schließlich fragt sie ihre Mutter Linda, gespielt von Goldie Hawn. Die war früher mal eine leicht wilde 68erin, lebt aber inzwischen ängstlich mit ihren Katzen und Emilys jüngerem Bruder daheim. Linda und Emily fliegen also gemeinsam und es kommt, wie es in Hollywood immer kommen muss, denn natürlich werden die beiden bei einem Trip ins Landesinnere von schmierig porträtierten Kolumbianern entführt.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Zwei Topkomödiantinnen, die zwei Generationen von Blondinenhumor im besten Sinne verkörpern, sich also als blondes Doppel, gewappnet mit comichafter Taffness, bewähren könnten. Wäre da nicht dieses unsäglich hanebüchene Drehbuch, dem der Spagat zwischen moderat witziger Entführungsprämisse und banalem Dschungelcamp für mutige Mädels - inklusive blutgetränkter Matratze, Bandwurmgraus, Intimrasur - so gar nicht gelingt.

 krone.at
Redaktion
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