Di, 21. November 2017

Es droht lebenslang

22.05.2017 16:15

Leichenfund in Tirol: Mordanklage erhoben

Im Fall jenes Mannes, der Anfang November 2016 auf einem Parkplatz an der Eibergstraße (B173) im Tiroler Söll erschossen aufgefunden worden war, hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck Mordanklage gegen den 28-jährigen Tatverdächtigen sowie die Ehefrau des Opfers erhoben. Die Anklage ist vorerst nicht rechtskräftig. Beiden Angeklagten droht im Fall einer Verurteilung bis zu lebenslange Haft.

Die Ehefrau des Getöteten, eine 32-jährige Deutsche, wurde wegen Beitrags zum Mord angeklagt, teilte die Anklagebehörde am Montag mit. Der 28-Jährige zeigte sich laut Staatsanwaltschaft in Einvernahmen geständig und belastete auch die Ehefrau des Toten. Diese räumte ein, vom Tatplan gewusst und diesem zugestimmt zu haben.

Gewalttätig zu Frau und Kind, Trennung kein möglicher Ausweg
Nach den Ergebnissen des Ermittlungsverfahrens haben die beiden Beschuldigten gemeinsam geplant, den 32-jährigen Griechen zu töten, weil dieser wiederholt gegen seine Frau und die gemeinsame sechsjährige Tochter gewalttätig gewesen sei und in einer Trennung kein möglicher Ausweg gesehen wurde, hieß es seitens der Anklagebehörde. Für den Fall einer Trennung habe die Ehefrau befürchtet, ihr Mann könnte mit der Tochter nach Griechenland ziehen.

28-Jähriger hoffte auf Beziehung mit 32-Jähriger
Bei dem 28-Jährigen handelt es sich um einen gemeinsamen Freund des Ehepaares. Er stammt ebenfalls aus Griechenland. Der Mann habe sich nach dem "Verschwinden" des Ehemannes eine Beziehung mit der Witwe erhofft. Laut Anklage war der Beschuldigte am Abend des 6. November mit dem späteren Opfer nach Tirol gefahren, wobei er den 32-Jährigen glauben ließ, sie würden dort gemeinsam ein Paket zustellen.

Am zuvor im Internet ausgekundschafteten Parkplatz "Steinerne Stiege" an der Eibergbundesstraße habe er dann angehalten und seinen Begleiter aufgefordert, ebenfalls auszusteigen, um sich die Füße zu vertreten. Dann habe er ihm die Pistole vorgehalten und auf das Opfer geschossen, das noch zu flüchten versuchte. Der 32-Jährige wurde mit zehn Schüssen in den Rücken und in den Kopf getötet. Ein elfter Schuss verfehlte den Griechen.

Lkw-Lenker entdeckte Leiche hinter Leitschiene
Die Leiche wurde einen Tag später von einem Lkw-Lenker hinter der Leitschiene entdeckt. Dieser informierte daraufhin Mitarbeiter der Straßenmeisterei, die wiederum Polizei und Rettung alarmierten. Die Polizei fand bei der Leiche mehrere Patronenhülsen. Das Opfer war direkt am Abgrund zur Eibergklamm abgelegt worden, Bäume hatten jedoch einen Absturz verhindert.

Ein ebenfalls bei der Leiche gefundener Autoschlüssel brachte die Polizei letztendlich auf die Spur der Verdächtigen. Da das Auto auf den 28-jährigen Tatverdächtigen zugelassen war, nahmen die Ermittler zunächst an, bei dem Toten handle es sich um ihn. In seiner Wohnung in München fand man dann aber die Tatwaffe. Am 10. November wurde der 28-Jährige, drei Tage später auch die Ehefrau festgenommen. Derzeit sitzen sie in Untersuchungshaft in der Innsbrucker Justizanstalt.

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Redaktion
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