Fr, 24. November 2017

Randale in Lyon

14.04.2017 10:19

Droht Besiktas jetzt der Europacup-Ausschluss?

Nach der Nacht der Schande von Lyon muss der türkische Spitzenklub Besiktas mit drastischen Strafen rechnen. Bereits im Dezember beim Champions-League-Spiel gegen Dynamo Kiew hatten die Anhänger des Istanbuler Vereins für Randale gesorgt, damals kam der Verein mit einer Geldstrafe in Höhe von 60.000 Euro davon. Droht Besiktas nun der Ausschluss aus dem Europacup?

Am Freitag sprach Lyon-Präsident Jean-Michal Aulas von mehreren Verletzten. "Ich habe während der ganzen ersten Hälfte Fans gesehen, die aus Stolz nicht ins Krankenhaus gehen wollten, aber die blutbefleckt waren und viele Geschosse abbekommen hatten", sagte Aulas dem Sender Franceinfo.

Mit einer Geldstrafe für Besiktas wird es diesmal nicht getan sein, der türkische Klub muss sich auf eine drakonische Strafe seitens der UEFA gefasst machen. Im schlimmsten Fall könnte ihm ein Europacup-Ausschluss für die kommende Saison blühen. Der Kontinentalverband hat sich bislang noch nicht zur Causa geäußert.

Zwölf Festnahmen bei Fan-Krawallen
Nach den schweren Ausschreitungen sorgt Lyon sich um die Sicherheit beim Rückspiel in der Türkei. "Ich weiß nicht, was man machen soll: Vor leeren Rängen spielen oder woanders spielen?", sagte der Präsident von Olympique Lyon, Jean-Michel Aulas

In diesem Zusammenhang meinte der Klubchef auch: "Ich hoffe, dass die UEFA ihrer Verantwortung gerecht wird." Die Retourpartie ist für kommenden Donnerstag angesetzt.

Bei den Krawallen vor dem Hinspiel in Lyon, das die Gastgeber 2:1 gewannen, waren zwölf Personen festgenommen worden. Erst nach einigen Minuten konnten Sicherheitskräfte die Zuschauer vom Rasen führen. Zwei Zuschauer wurden mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, so die Sprecherin. Zahlreiche weitere Verletzte seien vor Ort versorgt worden.

Die Polizei habe nach den Vorfällen etwa 50 Anhänger des türkischen Klubs aus dem Stadion geführt, erläuterte die Präfektur. Die Lage habe sich dadurch beruhigt, hieß es von Olympique Lyon. Auf Twitter zitierte der Club einen Verantwortlichen: "Wir sind Opfer von Angriffen türkischer Hooligans geworden."

Hochrisikospiel
Die Behörden hatten die Partie als Hochrisikospiel eingestuft. Schon außerhalb des Stadions gab es vor dem Spiel Zusammenstöße türkischer und französischer Fans. Nach Einschreiten der Sicherheitskräfte habe die Lage sich aber wieder beruhigt, sagte die Behördensprecherin. "Es war schwierig, die Fangruppen klar zu trennen, da viele Unterstützer des türkischen Klubs nicht aus der Türkei, sondern aus Frankreich oder Deutschland angereist waren", meinte die Sprecherin. 15.000 bis 20.000 Besiktas-Fans seien in Lyon gewesen. Es waren insgesamt 750 Polizisten in und um das Stadion im Einsatz.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan äußerte sich im türkischen Sender TGRT zu den Vorfällen: Es sei "sehr gefährlich", wenn französische Fans auf das Spielfeld vordringen. Der Präsident von Olympique Lyon sagte dagegen, dass die Fans auf der Tribüne in Gefahr gewesen seien.

Nach dem Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am Dienstagabend hatte die UEFA die Klubs am Dienstag in einer Mitteilung aufgefordert, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen. Die Behörden hatten vor dem Hintergrund des Referendums in der Türkei am kommenden Sonntag appelliert, im Stadion keine politischen Banner zu zeigen. "Dieser Aufforderung sind die Fans auch nachgekommen", sagte eine Klub-Sprecherin.

krone Sport
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