Sa, 18. November 2017

krone.at-Test

19.03.2017 09:00

„LEGO Worlds“: „Minecraft“-Rivale am Prüfstand

In Games den Baumeister zu mimen ist spätestens seit "Minecraft" in aller Munde. Seit der Veröffentlichung im Jahr 2011 hat sich das Klötzchenspiel aus Schweden 120 Millionen Mal verkauft. Jetzt bekommt "Minecraft" aber Konkurrenz: Mit "LEGO Worlds" will auch der dänische Bauklotzspezialist LEGO seinen Teil vom Kuchen. Wie gut das kreative neue LEGO-Game ist, hat krone.at getestet.

Wer frühere LEGO-Spiele kennt, wird beim Erstkontakt mit "LEGO Worlds" entzückt sein: Zwar spielten die namensgebenden Klötzchen auch schon in Games wie "Lego Batman" oder "Lego Jurassic World" eine tragende Rolle, die Spielwelt bestand allerdings früher nur teilweise aus Lego, während die Entwickler von TT Games die restliche Spielwelt in "normaler" Optik gehalten haben.

In "LEGO Worlds" ist nun erstmals wirklich die komplette Spielwelt aus Lego. Von der Spielfigur über die Umwelt bis hin zu kleinen Details wie Blättern besteht diesmal tatsächlich die komplette Umgebung - selbst die Wolken - aus Lego.

Das Ziel: Meisterbauer werden!
Was man in dieser Welt erlebt, hängt vom Spieler selbst ab. Er startet als Raumfahrer in zufällig generierten Spielwelten mit dem Ziel, Meisterbauer zu werden. Dabei erledigt er im Auftrag von in der Spielwelt verteilten Charakteren Aufträge. Zum Lohn gibt's mit der Zeit goldene Legosteine und immer mehr Werkzeuge, mit denen man die Spielwelt verändert.

Dass die Entwickler versuchen, dem Lego-Sandkasten mit einer Handlung Leben einzuhauchen, ist dabei prinzipiell lobenswert. Im Test erschien es uns dann aber auch etwas überflüssig - etwa, wenn man die Aufgabe erhält, einen Gegenstand von einer erhöhten Position zu holen und diese dann kurzerhand mit der Terraforming-Fähigkeit ebenerdig macht.

Weniger Slapstick, mehr experimentieren
Generell ist die Handlung nicht die Stärke von "LEGO Worlds". Verglichen mit früheren LEGO-Spielen wie "LEGO City Undercover" oder den "Filmverspielungen" wird bei "LEGO Worlds" mit dem charakteristischen Slapstick-Humor der Lego-Spiele gespart. Stattdessen liegt der Fokus hier auf Kreativität.

Und wahrlich: Kreative Geister können sich in den Welten von "LEGO Worlds" richtig austoben. Sie können Stein für Stein bauen, wonach ihnen auch immer der Sinn steht. Dass die Welten, in denen das passiert, auf Basis mathematischer Formeln generiert werden, sorgt dabei auch langfristig für eine gewisse Abwechslung.

Praktische Werkzeuge, suboptimale Steuerung
Damit das Bauen nicht in Arbeit ausartet, haben die Entwickler "LEGO Worlds" komfortable Features spendiert, die das Bauen erleichtern. So darf man etwa Objekte einscannen, um diese später auf Knopfdruck in der Spielwelt zu platzieren. Und man erhält allerlei Fähigkeiten, um Landschaft und Umgebung zu manipulieren.

Was man in der getesteten PS4-Version nicht erhält, ist ein befriedigendes Steuerkonzept. Die bei einem Bauspiel geforderte Präzision konnten wir mit dem PS4-Controller - möglicherweise auch wegen der störrischen Kamera - nur bedingt abrufen, eine Kombination aus Maus und Tastatur dürfte sich bei "LEGO Worlds" als bessere Wahl für Eingaben entpuppen. Auch die nicht immer intuitiven Menüs könnte man damit besser bedienen.

Hübsche Grafik, hohe Online-Einstiegshürde
Befriedigt hat uns dafür die Grafik von "LEGO Worlds". Die komplett aus Lego gefertigte Spielwelt sieht hübsch aus, sogar die Textur der Legosteine hat man realistisch getroffen. Für Abwechslung ist gesorgt: Die zufallsgenerierten Gegenden, die wir im Test erkundet haben, boten farblich wie landschaftlich eine Menge Abwechslung. Trotz Generator gibt es in den Welten auch genug interessante Charaktere und Geheimnisse zu entdecken.

Nicht optimal: Bei "LEGO Worlds" gibt es eine Online-Börse, in der die Spieler mit Objekten handeln dürfen, sie ist allerdings erst zugänglich, wenn man 100 goldene Legosteine verdient hat. Und das zieht sich mitunter deutlich mehr in die Länge, als einem lieb ist.

Fazit: "LEGO Worlds" ist ein spaßiger Baukasten, mit dem vor allem jüngere Spieler viel Freude haben könnten. Die kreativen Möglichkeiten und die bunte Aufmachung wissen zu gefallen, die Story ist aber eher Beiwerk. Das Bauen selbst ist ein zweischneidiges Schwert, profitiert von den komfortablen Bauwerkzeugen und kreativen Möglichkeiten, leidet aber auch unter der suboptimalen Steuerung und der Einstiegshürde für Online-Baumeister.

Plattform: PC, PS4 (getestet), Xbox One
Publisher: Warner Bros. Interactive
krone.at-Wertung: 7/10

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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