Di, 21. November 2017

Doping-Skandal

06.08.2016 18:45

Paralympics: Russland droht kompletter Ausschluss

Das IOC war noch gnädig mit Russland umgegangen, bei den Paralympics müssen die russischen Sportler hingegen wohl zuschauen. Nach Informationen der englischen Tageszeitung "Guardian" werden alle russischen Aktiven von den Paralympics ausgeschlossen. Auf diese Entscheidung habe sich das Internationale Paralympics Komitee (IPC) vorläufig geeinigt.

Am Sonntag soll die Entscheidung in Rio de Janeiro verkündet werden. Damit würde das IPC eine andere Position einnehmen als das Internationale Olympische Komitee, das sich gegen einen Komplett-Ausschluss Russlands ausgesprochen hatte. Das IPC wies die Meldung als "pure Spekulation" zurück, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Laut "Guardian" habe das IPC weitere Informationen von Richard McLaren erhalten. Der Kanadier hatte die Untersuchung der Welt-Anti-Doping-Agentur zum vermeintlichen Staatsdoping geleitet. Das IPC-Board hatte am Mittwoch in Bonn bei einer dreistündigen Sitzung die russische Seite gehört. Die Paralympics finden vom 7. bis 18. September in der brasilianischen Metropole statt.

Im Vorfeld harte Linie angekündigt
IPC-Chef Philip Craven hatte zuvor schon - zumindest verbal - keine Zweifel an einer harten Linie gelassen. Man habe sich das Verfahren über eine Suspendierung des Nationalen Paralympics Komitees Russlands (NPC Russland) nicht leicht gemacht, erklärte der Brite. Der Bericht des unabhängigen WADA-Ermittlers Richard McLaren lasse jedoch nur einen Schluss zu.

"Nach der vollständigen Bewertung des Berichts der unabhängigen Person und der zusätzlichen Informationen, die wir bekommen haben, glaubt das IPC, dass die derzeitigen Umstände im russischen Sport - die von höchster Stelle dirigiert werden - derart sind, dass das NPC Russlands nicht in der Lage scheint, die Verpflichtungen einer Mitgliedschaft im IPC vollständig zu erfüllen", sagte Craven.

Der McLaren-Report der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte zutage gefördert, dass im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen in Sotschi nicht nur Dopingproben von Olympia-Teilnehmern, sondern auch von Paralympics-Startern manipuliert wurden. Das IPC hatte die Namen von 35 Sportlern erhalten, die in Verbindung mit verschwundenen positiven Dopingproben aus dem Moskauer Kontrolllabor stehen sollen.

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