Fr, 15. Dezember 2017

Bach empört, aber:

26.07.2016 19:47

Harting über IOC-Chef: "Teil des Doping-Systems"

Der deutsche Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat IOC-Präsident Thomas Bach heftig attackiert. "Er ist für mich Teil des Doping-Systems, nicht des Anti-Doping-Systems. Ich schäme mich für ihn", sagte Harting am Dienstag zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, das russische Team trotz des nachgewiesenen Staatsdopings nicht komplett von den Spielen in Rio auszuschließen.

Für ihn sei jeder, der nicht gegen das Doping-System sei, ein Verfechter des Systems, unterstrich Harting. "Ich habe schon oft meine Enttäuschung über Thomas Bach geäußert. Aber das ist jetzt eine neue Enttäuschungs-Dimension", sagte Harting. Der 31-jährige frühere Welt- und Europameister ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. "Für mich ist es eindeutig, dass sich Herr Bach nicht in die Athleten hineinversetzen kann", fügte er hinzu.

Sehr bedauerte Harting den Ausschluss der russischen Whistleblowerin Julia Stepanowa von den Spielen. Sie hatte mit ihren Aussagen über das vom Staat getragene Doping-System in Russland die Ermittlungen der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA ausgelöst. "Sie hat so viel Schaden für die Leichtathletik-Welt abgewendet. Ihr Start wäre ein Schlag ins Gesicht von Herrn Putin gewesen. Deshalb findet das nicht statt", empörte sich Harting und fügte hinzu: "Das ist alles nur peinlich."

Bach: "Nicht akzeptable Entgleisung"
Auf die heftige Kritik des deutschen Diskus-Olympiasiegers Harting reagierte Bach im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur deutlich und nannte sie "eine nicht akzeptable Entgleisung. Es gibt hier unterschiedliche Meinungen. Das muss man akzeptieren, das muss man austragen. Aber es ist nicht hinnehmbar, jemanden so zu beleidigen."

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