Di, 21. November 2017

Gegen Halle-Sieger

24.06.2016 13:36

Lospech für Thiem! In Wimbledon gleich gegen Mayer

Die neuen Fähigkeiten von Dominic Thiem auf Rasen werden beim Grand Slam von Wimbledon gleich in Runde eins auf eine harte Probe gestellt. Dem 22-Jährigen brachte seine Setzung als Nummer acht am Freitag bei der Auslosung keinen Vorteil, spielt er doch am Dienstag gegen Florian Mayer. Der Deutsche hatte Thiem am Samstag im Halle-Halbfinale besiegt und danach den Titel geholt.

Der 3:6-4:6-Niederlage gegen den 32-Jährigen war ein erstaunlicher Erfolgslauf Thiems auf Rasen vorausgegangen. Auf diesem Belag hatte der Niederösterreicher bis dahin auf der Tour eine Bilanz von zwei Siegen und sechs Niederlagen. Dann folgten vier Erfolge bis zum Stuttgart-Titel und in Halle weitere zwei ins Viertelfinale. Auf den dortigen w.-o.-Erfolg gegen Philipp Kohlschreiber folgte die Niederlage gegen Mayer.

Mayer mit viel mehr Erfahrung auf Rasen
Der Lokalmatador komplettierte seinen Lauf mit einem Finalsieg im deutschen Generationenduell mit Alexander Zverev und verbesserte sich in der Weltrangliste dadurch um 112 Plätze auf Position 80. Damit liegt der Bayreuther noch 72 Plätze hinter Thiem. Doch auf Rasen hat Mayer viel mehr Erfahrung und Erfolge: Seine Rasen-Karrierebilanz lautet auf 33 Siege und 18 Niederlagen, heuer inklusive Stuttgart-Quali auf 9:1.

Bresnik: "Absolutes Hammerlos"
Thiems Coach Günter Bresnik hatte trotz des Stuttgart-Titels seines Schützlings schon vor der Auslosung die Erwartungen gedämpft und sah sich nun darin bestätigt. "Das ist ein absolutes Hammerlos", sagte Bresnik. "Alle Gesetzten hatten Mayer sicher ganz oben auf der Liste jener Spieler, auf die sie nicht in der ersten Runde treffen wollen."

Der Langzeittrainer von Österreichs Nummer eins sieht seinen Schützling in dieser Partie als Außenseiter, aber nicht als gravierenden. Dennoch wollte Bresnik die Position Thiems auf Rasen schon gerade gerückt haben. "Dominic ist die Nummer acht der Welt, aber auf Rasen sicher nicht Top-10-Spieler." Er habe sich in Halle das Knie angeschlagen und im Mayer-Match nicht ordentlich laufen können. Zudem war der Rücken verspannt.

Erstrunden-Out "wäre keine Tragödie"
Bei der laut Bresnik extrem schlechten Auslosung wäre ein Erstrunden-Out keine Tragödie. Es würde Thiem bis zum Turnier in Hamburg eine Ruhepause bringen. "Er hatte eine extrem harte erste Jahreshälfte. Was er da erreicht hat, ist von der Leistung her weit über Österreichs Fußball-Team zu stellen." Wann es bei einem längeren Wimbledon-Verbleib mal eine Woche Pause geben könnte, möchte Bresnik kurzfristig entscheiden.

Am Freitag trainierte Thiem übrigens je eine Stunde mit dem tschechischen Routinier Radek Stepanek und Guido Pella. Der Argentinier ist Erstrunden-Gegner von Roger Federer. Pellas Trainer bekam buchstäblich am eigenen Leib die strengen Kleidungsregeln in Wimbledon zu spüren. Da sein weißes T-Shirt einen blauen Streifen hatte, wurde ihm vom Club als Ersatz ein total weißes Hemd gebracht. Thiem wohnt übrigens ganz schlicht in einer Frühstückspension, obwohl eines der offiziellen Hotels direkt an der Stamford Bridge liegt. Dort ist sein Lieblingsklub Chelsea beheimatet.

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