Fr, 24. November 2017

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30.05.2016 17:53

Österreich beim Rauchen trauriger Europameister

Wer raucht, stirbt im Schnitt um acht Jahre früher, sagt die Statistik. Ein Drittel der heimischen Bevölkerung greift regelmäßig zur Zigarette. Anlässlich des Weltnichtrauchtertages am Dienstag wollen Gesundheitsexperten auf die schädlichen Nebenwirkungen aufmerksam machen. Allein in Österreich fordern die Lungenzüge jedes Jahr 14.000 Opfer. Alarmierend: Bei Jugendlichen, die auch immer öfter Shishas oder E-Zigaretten verwenden, sind wir praktisch Europameister. Und: Immer mehr Frauen greifen zum Glimmstängel.

Bis zum 25. Geburtstag haben bereits knapp 90 Prozent Erfahrung mit dem Rauchen gemacht. Erschreckend dabei ist, dass die Raucherinnen immer jünger sind. Zwischen dem 13. und 15. Lebensjahr haben schon 22,7 Prozent der Mädchen, also fast jedes vierte, gequalmt. Grund ist neben Neugierde oft auch die Annahme, dass Rauchen schlank macht.

Neben den neu vorgeschriebenen Schockbildern auf Tschick-Packungen setzt das Gesundheitsministerium auf Prävention für Jugendliche - unter anderem in Form einer Smartphone-App. Die YOLO-Quizz-App steht gratis zum Download bereit. Weiters informiert das Rauchfrei-Telefon unter der Nummer 0800 810 013 über den blauen Dunst.

"Rauchen ist quasi eine Kohlenmonoxid-Vergiftung"
Dass das Aufhören schnell positive Ergebnisse zeige, sei auch klinisch belegbar: "Schon wenige Tage nach der letzten Zigarette sinkt das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung rapide. Rauchen ist ja praktisch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Wer aufhört, stoppt diese Vergiftung", erklärt Michael Kunze vom Institut für Sozialmedizin im Zentrum für Public Health der MedUni Wien.

Das Krebsrisiko bleibt allerdings weiterhin noch jahrelang erhöht. Rund 90 Prozent aller Todesfälle bei Lungenkrebs in Europa werden durch das Rauchen verursacht, dasselbe gilt für 75 Prozent der Todesfälle im Rahmen von chronischer Bronchitis.

Zahlen und Fakten zur Volkssucht Nummer eins:

Vor allem die "hochgradig abhängigen" Menschen - also solche, die auch nachts noch unmittelbar vor dem Zähneputzen, vor dem Frühstück oder auch auf der Flugzeugtoilette den Drang verspüren, zu rauchen - benötigen Unterstützung beim Aufhören. "Umfassende, strukturierte Therapieangebote sind leider nur begrenzt verfügbar", kritisiert Kunze. "Dabei sollte ausstiegswilligen Rauchern und Raucherinnen schnelle und professionelle Hilfe ortsnah angeboten werden."

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