Di, 21. November 2017

Kritik an Taktik

28.04.2016 08:45

„Verzockt!“ Guardiola nach Pleite am Pranger

Nach der 0:1-Niederlage bei Atletico Madrid im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales am Mittwochabend stehen die Bayern unter Druck. Das dritte Semifinal-Aus in Folge gegen eine spanische Mannschaft droht. Für die deutschen Medien ist klar, wer die Verantwortung für die Pleite trägt: Trainer Pep Guardiola.

"Ein abermaliger Knock-out im Halbfinale würde zu Recht an Pep Guardiola festgemacht", analysiert das Sportmagazin "kicker". Die Startelf ohne Goalgetter Thomas Müller und Linksaußen Franck Ribery sei ein "Fehlgriff" gewesen. "Es war gewagt und in der Konsequenz falsch, Thomas Müller zunächst auf die Bank zu setzen. Guardiola verzichtete damit auf 31 Pflichtspieltreffer 2015/16, deren acht gelangen Müller in der internationalen Saison. Guardiola schloss mit dieser eigenwilligen Entscheidung aber nicht allein seinen zweitbesten Torjäger freiwillig aus, sondern auch einen absoluten Leader. Müller treibt an und gibt Kommandos, er ist ein emotionales Zentrum dieser Mannschaft", so der "kicker".

Dass Ribery nicht von Anfang an spielte, sei "sportlich nicht völlig unbegründet" gewesen, weil er nach längerer Pause noch nicht in Topform ist. "Aber für eine derart außergewöhnlich aufgeheizte Atmosphäre, wie sie in diesem Stadion Vicente Calderon herrscht, wäre der Lust-und-Laune-Fußballer Ribery der richtige Mann gewesen: Er lässt sich davon pushen, er ist erfahren und eine Autorität am Ball."

Die Vertreter Douglas Costa und Kingsley Coman seien zwar "pfeilschnell und gewandte Dribbler", doch beide hätten "keinen Umgang mit so großen Spielen. Statt seine Irrtümer zumindest zur Pause zu korrigieren, ließ Guardiola Müller und Ribery mehr oder weniger den halben zweiten Durchgang warmlaufen. Vor allem Müller kam viel zu spät (70. Minute), weil er in der starken Phase nach dem Wechsel der ideale Mann für das Getümmel im Strafraum und ein gewiss hilfreicher Partner für den Einzelkämpfer in vorderster Linie, Robert Lewandowski, gewesen wäre".

Bayern-Aufstellung "ein großer Fehler"
Auch der "Focus" kreidet Guardiola die Niederlage an, der Spanier habe sich schlichtweg verzockt. Besonders Müllers Nichtberücksichtigung sei "ein großer Fehler" gewesen. Der Plan, mit Costa und Coman das Bollwerk von Atletico zu knacken, sei missglückt. Thomas Müller, "der auch mal einen unkonventionellen Laufweg einschlägt und viele Situationen frühzeitiger erfasst als viele andere", wäre für den "Focus" die Ideallösung gewesen.

Außerdem seien "Mentalitätsspieler" wie Müller und Ribery "wie gemacht" für die "Hölle" im Vicente Calderon. Den Bayern habe in der ersten Halbzeit "Aggressivität, Leidenschaft und Mut" gefehlt. Aber der "Focus" macht auch Mut: "Das einzig Gute für Guardiola an diesem Abend in Madrid: Es gibt noch ein Rückspiel, der Finaleinzug ist weiter möglich."

Die "Welt" bezeichnete Guardiolas Taktik am Mittwoch als "Eigentor". Weltmeister Müller, einen der besten Torschützen des Wettbewerbs und "eigentlich unverzichtbar für die Münchner", sowie Franck Ribery zunächst draußen zu lassen, sei "ein riskanter Plan" gewesen, "der nicht aufging".

David Alaba "zu brav"
Die "Bild"-Zeitung schoss sich weniger auf Guardiolas Taktik ein, sondern auf die schlechte Leistung der Bayern-Spieler. So kassierten unter anderem Abwehrchef Javi Martinez, der grottenschlechte Juan Bernat und Xabi Alonso die Note fünf. ÖFB-Star und Martinez' Nebenmann in der Innenverteidigung, David Alaba, kam mit einem Vierer etwas besser weg, erntete aber auch Kritik. Beim Gegentor von Saul sei er "zu brav" gewesen.

Am vergangenen Wochenende hatte die Bayern-Welt noch besser ausgesehen, da gab es einen Auswärtssieg gegen Hertha BSC - die Highlights gibt's hier im Video:

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