Fr, 15. Dezember 2017

Wahl im Februar

07.01.2016 19:50

Platini zog Kandidatur als FIFA-Präsident zurück

Es ist vorbei. Michel Platini wird nicht für das Präsidentenamt im Fußball-Weltverband (FIFA) kandidieren. Das bestätigte der 60-jährige Franzose in einem Interview mit der französischen Sportzeitung "L'Equipe" (Freitag-Ausgabe). "Ich ziehe meine Kandidatur zurück", sagte der für acht Jahre von allen Aktivitäten im Fußball ausgeschlossene Spitzenfunktionär.

Platini ist von der FIFA-Ethikkommission wegen einer undurchsichtigen Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken (1,84 Mio. Euro), die er vom früheren FIFA-Chef Sepp Blatter erhalten hat, gesperrt. Platini hat im FIFA-Korruptionsskandal stets seine Unschuld betont und auch gegen die Sperre Berufung eingelegt. Er werde weiterhin gerichtlich dagegen ankämpfen, versicherte der frühere Weltklasse-Kicker am Donnerstag auch der Nachrichtenagentur AP.

Für die FIFA-Wahl wird die Zeit aber zu knapp. "Das Timing ist nicht gut für mich", meinte Platini. "Bye, bye, FIFA." Der Blatter-Nachfolger wird bereits am 26. Februar in Zürich gewählt. Der Franzose hätte ohnehin nur antreten können, wenn der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne seine Sperre rechtzeitig aufgehoben hätte.

"Ich kann nicht länger"
Nun sei die Kandidatur nicht mehr aufrechtzuerhalten. "Ich kann nicht länger. Ich habe weder die Zeit noch die Mittel, um die Stimmberechtigten zu sehen, um mich mit Leuten zu treffen und mit den anderen zu kämpfen", erklärte Platini der "L'Equipe". "Wie kann man eine Wahl gewinnen, wenn man keine Kampagne dafür machen kann?"

Das Timing sei allerdings nicht der einzige Grund für seinen Rückzug. Platini erhofft sich dadurch auch die Chance, sich seiner Verteidigung gegen seiner Meinung nach unwahre Korruptionsvorwürfe zu widmen. Die von Blatter bewilligte Zwei-Millionen-Franken-Zahlung war im Jahr 2011 erfolgt. Es gibt dazu keinen schriftlichen Vertrag. Laut den beiden Funktionären sei sie für Beratertätigkeiten Platinis von 1998 bis 2002 erfolgt.

Die FIFA-Kommission wertete die Zahlung als Verstoß gegen die Ethikregeln. Dabei hatte zumindest Platini bis zu deren Bekanntwerden als Saubermann gegolten. Nach dem Rücktritt des arg in Bedrängnis geratenen Blatter als FIFA-Chef im Juni hatte der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) laut eigenen Angaben 150 Unterstützungserklärungen nationaler Verbände erhalten. Diese hätten locker zu einem Wahlsieg in der FIFA gereicht.

Wegen der seit längerem absehbaren Verhinderung Platinis im Rennen um das höchste Amt im Weltfußball hat dessen enger Vertrauter, UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino, bereits seit Ende Oktober eine Kandidatur vorbereitet. Die Unterstützung zahlreicher europäischer Verbände scheint dem Italo-Schweizer sicher. Auch ÖFB-Präsident Leo Windtner hat diese vor Weihnachten als "naheliegend" bezeichnet.

Die fünf verbliebenen Kandidaten:
Gianni Infantino (45 Jahre, ITA-SUI, UEFA-Generalsekretär)

Prinz Ali bin al-Hussein (40 Jahre, Jordanien, früheres FIFA-Exekutivmitglied)

Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa (50 Jahre, Bahrain, asiatischer Verbandspräsident)

Jerome Champagne (57 Jahre, Frankreich, früherer stellvertretender FIFA-Generalsekretär)

Tokyo Sexwale (62 Jahre, Südafrika, Mitglied des FIFA-Beobachtungskomitees für Israel und Palästina)

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden