Mi, 18. Oktober 2017

Vertrag mit Stronach

28.11.2015 16:04

Jetzt sind alle gegen Naderer

Zwei Tage feuerte Stronach-Klubchef Helmut Naderer aus allen Rohren, verlangte mit Sanktus des Parteichefs Frank Stronach den Landesrat-Sitz vom ausgetretenen Hans Mayr zurück und packte einen fragwürdigen Knebelvertrag aus, der den Austritt aus dem Landtagsklub untersagt.

Der gescholtene Landesrat schwieg bislang dazu, in der "Krone" nimmt er nun Stellung - vor lauter Zorn schnappt er immer wieder nach Luft: "Ich will keinen Kommentar mehr zu Stronach und Naderer abgeben. Ich könnte vieles sagen, aber einer muss den Streit beenden und aus dem Ring steigen. Ich bin Landesrat und habe Regierungsarbeit zu leisten. Zum Vertrag: Er ist auf Wunsch und Wollen aller (Mayr, Naderer, Otto Konrad, Gabriele Fürhapter) entstanden, ich habe ihn dann damals als Obmann beim Anwalt aufsetzen lassen. Wir waren der Meinung, wenn jemand nach der Wahl aus dem Stronach-Klub im Landtag aussteigt, dass wir dann den Klubstatus verlieren und die Partei riskieren. Dagegen haben wir uns absichern wollen. Aber es gilt ja das Versteinerungsprinzip im Land, also einmal Klub immer Klub, auch wenn nur mehr eine Person übrig bleibt. (Anm.: Im Vertrag steht, dass falls der Klub platzen sollte, finanzieller Schadensersatz zu leisten ist, weil Stronach den Großteil der Wahlkampfkosten bezahlte). Ich wusste auch noch nicht, dass ich wirklich Landesrat werde. Im Vertrag gilt die Regelung allerdings nur für Klubmitglieder, als Landesrat bin ich das nicht. Somit sehe ich absolut keinen Grund für meinen Rücktritt. Otto Konrad und ich wollten die Partei schützen und sie weiter entwickeln. Aber das war nicht mehr möglich."

Naderer warf Mayr auch vor, für Tempo 80 gestimmt zu haben und 500 Häuser für Flüchtlinge zu bauen: "Wir bauen diese Wohnungen für obdachlose Menschen, die kurzfristig ein Dach über dem Kopf brauchen. Und Tempo 80 ist eine Entscheidung von Landesvize Rössler. Als Koalitionspartner haben wir das mitgetragen."

ÖVP und Grüne halten zu Mayr
Mit Mayr gingen auch sechs Bezirksfunktionäre: Undemokratisches, diktatorisches Verhalten von Stronach und Naderer und Attacken gegen Mayr sind die Hauptgründe. Christian Lindtner im Tennengau wurde nach eigenen Angaben von der Abgeordneten Fürhapter unter Druck gesetzt, ein Schreiben gegen Mayr zu unterzeichnen, was er dann nicht tat. Christoph Tür im Flachgau wurde ein neuer Bezirkssprecher ohne Wahl vor die Nase gesetzt. Und Sepp Wimmer wie Anton Millinger im Pinzgau meinten, Stronach und Naderer hätten die Partei wie einen Betrieb, nur diktatorischer geführt. Tendenzen zum rechten Rand waren ebenso nicht tragbar. ÖVP und Grüne in der Regierung bleiben indes gelassen, man habe von Anfang an gewusst, dass Naderer schwierig sei. Man halte uneingeschränkt zu Mayr.

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