Mi, 18. Oktober 2017

Blutige Anschläge

14.11.2015 14:49

Terror in Paris: Kein Zweifel an EM in Frankreich

Nach den Terroranschlägen von Paris ist jede Vorfreude auf die Europameisterschaft in sieben Monaten in Frankreich dahin. Anzeichen von Zweifeln an einem derzeit nicht vorstellbaren friedlichen Fußball-Fest gab es von den Organisatoren der UEFA am Samstag aber trotz der gezielten Attacken mit Toten im unmittelbaren Umfeld des wichtigsten Turnierstadions in Saint-Denis (noch) nicht. Im Video oben sehen Sie die Szenen, die sich nach dem Spiel Frankreich gegen Deutschland im Stadion abspielten.

Dem EM-Gastgeber wurde vom Kontinentalverband jede Hilfe zugesagt. "Die UEFA ist tief geschockt und traurig über die tragischen Ereignisse und möchte Frankreich und denjenigen, die von diesen schrecklichen Akten betroffen sind, ihre Unterstützung und Solidarität ausdrücken", teilte der Verband am Samstagvormittag in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Für alle anstehenden Länderspiele - darunter auch jenes der EM-Teilnehmer Österreich und Schweiz am Dienstag in Wien - wurde eine Schweigeminute und Trauerflor für alle Spieler angeordnet.

"Wir hatten Sorge wegen der EM, jetzt ist die Sorge noch größer"
Für die französischen EM-Macher und die UEFA ist die Anschlagsserie vom Freitagabend an der Seine mit deutlich mehr als 100 Toten nur vier Wochen vor dem Groß-Event der EM-Gruppenauslosung ein wahr gewordener Alptraum. "Es wurden viele Vorsichtsmaßnahmen getroffen, aber wir müssen sehen, dass Terroristen jederzeit zuschlagen können. Wir hatten Sorge wegen der EM, jetzt ist die Sorge noch größer", sagte der Präsident des französischen Verbandes, Noel Le Graet, laut Medienberichten mit Blick auf das Turnier vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 in neun französischen Städten von Lille bis Toulouse.

Bereits vor einigen Wochen hatte der Chef des Organisationskomitees, Jacques Lambert, betont: "Von Beginn an wussten wir, dass die Sicherheitsfrage der Schlüssel für ein erfolgreiches Turnier sein wird." Angesichts der Anschläge auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" im Jänner dieses Jahres hatte Lambert angemerkt, Terrorismus sei kein theoretisches Risiko mehr, sondern ein mögliches. Das wurde nun auf fürchterliche Weise belegt.

Schon in ihrer EM-Bewerbung hatten die Franzosen die Sicherheitslage als eines von zwölf Risiken benannt. Nun ist tatsächlich das Stade de France als Eröffnungs- und Endspielarena zum Ziel einer Attacke geworden. Näher kam der Terrorismus dem Fußball bisher nicht.

Während des Freundschaftsspiels waren Detonationen zu hören gewesen:

Gruppenauslosung am 12. Dezember
Die Sorgen für die UEFA, die durch die Korruptionsaffären im Weltfußball ohne ihren derzeit suspendierten Präsidenten Michel Platini dasteht, sind nun ganz konkret. In genau vier Wochen, am 12. Dezember, ist im riesigen Le Palais de Congres de Paris an der Porte de Maillot im Westen der Stadt die feierliche Auslosung der EM-Gruppen terminiert. Die Fußball-Prominenz des ganzen Kontinents wird erwartet. Überlegungen, die Veranstaltungen abzusagen, gibt es kurz nach den Schock-Ereignissen in Paris offenbar nicht.

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