Di, 12. Dezember 2017

Naziopfer-Denkmäler

15.07.2015 20:39

Wenn Steine leben

Die "Krone" übernahm die Patronanz zweier Gedenkstätten für von Nazis ermordete Bürger der Stadt Hallein. 53.000 goldfarbene kleine Steine verlegte Gunter Demnig schon in ganz Europa. Die in Blockbuchstaben nieder geschriebenen Inschriften enden mit einem Datum aus den 40er Jahren, mit Orten, die das Grauen der Geschichte symbolisieren - und davor steht das Wort ERMORDET. Der Künstler müsste wohl ewig leben, um alle Opfer der Nazis in diesen kleinen Gedenkstätten festzuhalten.

"Krone"-Gründer Hans Dichand erlebte als Zeitzeuge den Beginn der Verfolgungen und als U-Boot-Matrose den Schrecken des Krieges. Deshalb setzte er sich sehr für Versöhnung ein und unterstützte verschiedene Projekte in Israel. Als Walter Reschreiter, Vizebürgermeister in Hallein, Paten für die Verlegung von "Stolpersteinen" suchte, sagte "Krone"-Herausgeber Dr. Christoph Dichand sofort zu.

Mittwochvormittag wurde der Stein für Mathias Eicher in der Burgfriedstraße 4 beim Bahnhof verlegt: Hoch dekoriert für den Fronteinsatz im Ersten Weltkrieg, war er in Hallein als Polizist tätig. Als er schwer erkrankte und in das Heim Schernberg musste, wurde er in die Vernichtungsanstalt Hartheim deportiert. Eicher starb beim Transport. Im Gedenken an Karl Kriechbaumer setzte Gunter Demnig einen Stein in die vorbereitete Öffnung im Gehsteig der Salzburgerstraße 47: Er war als "Armenhauspflegling" bezeichnet worden. Am 15. Juni 1938 verhaftete ihn die SS, er starb 1939 in Mauthausen.

13 Stolpersteine versenkt
13 Stolpersteine ließ Walter Reschreiter am Mittwoch in den Boden der Salinenstadt versenken. Bei der besinnlichen Feier vor dem Rathaus in Hallein sang Martina Mathur jüdische Lieder. In den Ansprachen warnten die Redner vor einer Radikalisierung der Gesellschaft, riefen aber auch zu einer Versöhnung im Sinne von Marco Feingold auf.

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