Di, 20. Februar 2018

Bis zu neun Fälle

16.09.2014 20:11

Deutsche sprengen sich für IS-Dschihad in die Luft

Während Österreich und seine europäischen Nachbarn schärfere Maßnahmen im Kampf gegen den islamistischen Terror auf heimischem Boden ankündigen, steigt die Zahl der Europäer, die für die Extremistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien Selbstmordanschläge verüben, in besorgniserregendem Tempo. So sollen laut der deutschen Bundesregierung bis zu neun deutsche Staatsbürger Anschläge für die Dschihadisten verübt haben. "Der Export von Terror ist unerträglich und muss unterbunden werden", erklärte Innenminister Thomas de Maizière.

Als "Almanis" kommen sie aus Deutschland und verüben für den IS Selbstmordanschläge. Fünf Fälle von deutschen Selbstmordattentätern würden als gesichert betrachtet, drei bis vier weitere geprüft, berichtete der Rechercheverbund von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" am Dienstag. Dabei seien neben der irakischen Hauptstadt Bagdad vor allem die nördlichen Kurdengebiete betroffen gewesen. Die meisten Selbstmordanschläge wurden demnach in diesem Jahr verübt.

Zahl der europäischen Attentäter seit März vervierfacht
Nach Einschätzung westlicher Geheimdienste setzen die Dschihadisten auch aus Propagandamotiven gezielt Europäer für Selbstmordattentate ein, heißt es in dem Bericht. Die Zahl der von ihnen verübten Anschläge habe sich seit Anfang März vervierfacht. "Sie werden gezielt angeworben und sind brutaler als die Araber", wurde der irakische Armeesprecher Kassem Atta zitiert.

Laut den Recherchen soll ein in Bagdad festgenommener mutmaßlicher IS-Funktionär gestanden haben, im Juli einen deutschen Selbstmordattentäter zu einem Anschlag im Süden Bagdads gefahren zu haben - bei dem Dutzende Menschen getötet wurden.

Die deutschen Behörden gehen dem Bericht zufolge mit "großer Wahrscheinlichkeit" davon aus, dass es sich dabei um einen 21-Jährigen aus Ennepetal im Ruhrgebiet handelte, was dessen Familie allerdings bezweifelt. Der festgenommene Dschihadist habe weiter ausgesagt, in einem Haus des IS in Falluja drei weitere Deutsche getroffen zu haben, die noch auf ihren Einsatz warteten.

Der Präsident des deutschen Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, sagte auf Anfrage von NDR, WDR und "SZ", neben der Sicherheitslage in Deutschland gebe es "auch eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die in Syrien und im Irak leben".

Deutscher Innenminister spricht von "neuer Dimension"
Der deutsche Innenminister de Maizière erklärte unterdessen, der "Export von Terror" aus Deutschland sei "unerträglich" und müsse unterbunden werden. Zwar habe es auch in Afghanistan Attentate Deutscher gegeben, aber nur vereinzelt. De Maizière spricht von einer "neuen Dimension".

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