Di, 17. Oktober 2017

Neuer Caps-Coach

26.05.2014 10:13

Tom Pokel: Aus der NHL an den Timmendorfer Strand

Warum Caps-Coach Tom Pokel seine Karriere binnen 48 Stunden beendete, er sich für Wien entschied und Bozen-Cracks interessant sind. Das "Krone"-Interview.

"Krone": Herr Pokel, die Caps suchten monatelang einen Trainer, Sie waren immer ein Kandidat – was hat so lange gedauert?
Tom Pokel: Meine Entscheidung. Bozen lag mir am Herzen, man wollte mich unbedingt halten, dort haben wir sehr viel aufgebaut.

"Krone": Wann gab es den ersten Kontakt?
Pokel: Erst nach unserem Titelgewinn, davor habe ich auch nur die Gerüchte gehört. Da fühlt man sich geehrt. Aber ich hatte auch andere Angebote.

"Krone": Warum dann Wien?
Pokel: Wien ist ein großer Verein, das ganze Umfeld, da gibt's viel Potenzial. In Bozen hatte ich ja nicht einmal einen Co-Trainer. Der Titel war schön, aber mehr geht dort nicht. Die Caps sind der nächste Schritt in meiner Karriere.

"Krone": Aber hier sind Sie kein Alleinunterhalter.
Pokel: (lacht) Zum Glück. Ich wollte auch in Bozen Assistenten haben, habe nur keine bekommen. Ich will Aufgaben abgeben, als Team ist man effizienter. Außerdem wollen die Spieler ohnehin nicht immer nur eine Stimme hören.

"Krone": Die Erwartungshaltung ist hoch, der Titel soll her.
Pokel: So wie in Salzburg und Klagenfurt, das ist normal. Aber wer mit dem Auto nach Hause fährt, denkt auch nicht an die Garageneinfahrt, sondern an die nächste Ampel. Also Schritt für Schritt. Ein neuer Trainer, neue Spieler, neues System – wir haben alle dasselbe Ziel.

"Krone": Was ist Ihre Eishockey-Philosophie?
Pokel: Die Mischung macht's. Ohne solide Defensive gewinnt man keine Spiele. Ich verlange Disziplin, harte Arbeit, Herz.

"Krone": Sie gelten als Motivator, werden Sie auch laut?
Pokel: Ja, wenn es notwendig ist. Emotionen sind wichtig, aber es gibt auch Momente, in denen Gefühl gefragt ist. Ein Arzt verschreibt auch nicht für alles nur eine Medizin.

"Krone": Wird man demnächst auch einige Bozen-Cracks im Caps-Trikot sehen?
Pokel: Viele haben gesagt, dass sie mit mir mitkommen wollen, egal, wohin. Einige sind interessant. Das werden wir in Wien gemeinsam entscheiden.

"Krone": Erklären Sie uns zum Abschluss bitte, warum Sie 1995 von den Buffalo Sabres zum Klub Timmendorfer Strand in die zweite deutsche Liga gewechselt sind!
Pokel: (lacht) Ich habe mir mit 23 als College-Spieler das Kreuzband gerissen. Da konnte ich bei den Sabres in der NHL ins Marketing einsteigen. Ich musste mich aber binnen 48 Stunden entscheiden. Das war die Chance, mein ganzes Leben im Profi-Eishockey zu verbringen. Daher habe ich meine Karriere beendet, es nie bereut. Fünf Jahre später kam aus Deutschland das Trainer-Angebot. Ich liebe den Job, bin 24 Stunden sieben Tage die Woche Trainer. Auch jetzt bei den Capitals.

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