So, 22. Oktober 2017

Blutige Tradition

31.03.2014 15:07

UN-Gericht verbietet Japans Jagd auf Wale

Das höchste UN-Gericht hat Japan den Walfang in der Antarktis verboten. Denn dieser diene kommerziellen und nicht wissenschaftlichen Zwecken, urteilte der Internationale Gerichtshof (IGH) am Montag in Den Haag. Tokio müsse nun sämtliche Genehmigungen und Lizenzen zurückziehen, sagte der vorsitzende Richter, Peter Tomka, bei der Verlesung des Urteils. Neue Genehmigungen dürften nicht erteilt werden.

Australien hatte 2010 vor dem IGH Klage gegen Japan eingereicht. Die Regierung in Canberra wirft Tokio vor, unter dem Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung kommerziellen Walfang zu betreiben. Nach ihren Angaben töteten japanische Walfänger seit 1988 mehr als 10.000 der Meeressäuger.

Die japanische Regierung hielt stets daran fest, dass die Tiere zu Forschungszwecken getötet werden. Allerdings macht sie keinen Hehl daraus, dass das Fleisch getöteter Wale in Japan verzehrt wird. Tokio hatte schon vor dem Urteil erklärt, dass es sich dem Spruch der 16 Richter beugen werde. Das Urteil des UN-Gerichts ist bindend, eine Berufung ist nicht möglich.

Australischer Minister: "Keine Harpunen mehr"
"Das bedeutet, dass wir keine Harpunen mehr im Südlichen Ozean sehen werden", sagte der ehemalige australische Umweltminister Peter Garrett dem Sender ABC. Er sei überglücklich angesichts der Entscheidung. Garrett hatte das Gerichtsverfahren angestoßen.

Auch Tierschützer begrüßten das Urteil. Der WWF sprach von einer "Sternstunde für den weltweiten Walschutz". Greenpeace erklärte: "Jeder weitere Versuch der japanischen Regierung, das Walfangmoratorium zu umgehen, wäre unethisch, unzeitgemäß und unwirtschaftlich."

Die Internationale Walfang-Kommission hatte 1986 den kommerziellen Walfang verboten. Laut der Umweltschutzorganisation Sea Shepherd ist das Verbot des japanischen Walfangs in der Antarktis entscheidend für das Überleben der Wale in der Region.

Tradition: Auch Norwegen und Island Walfängerstaaten
Neben Japan bekennen sich auch Norwegen und Island zur Jagd auf die Meeressäuger. Sie betreiben ungeachtet des Moratoriums kommerziellen Walfang und berufen sich dabei auf ihre Traditionen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).