Fr, 24. November 2017

Projekt in Tirol

02.09.2013 11:30

Wie Tiere helfen, dem Alkoholismus zu entfliehen

Sie sind krank, haben oft keinen Job und kein Dach über dem Kopf. Alkoholabhängige werden aufgrund ihrer Erkrankung oft von der Gesellschaft ausgeschlossen. Das Projekt "Lama" holt die Betroffenen seit zehn Jahren zumindest einen halben Tag weg von der Straße und gibt ihnen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Oliver (Name von der Redaktion geändert) ist alkoholkrank. Er hat seinen Job verloren, dann gab es noch private Probleme und so kam eines zum anderen. "Heute weiß ich, dass ich vieles anders machen würde", erzählt der Innsbrucker. Das Projekt "Lama", das vom Verein für Obdachlose angeboten wird und heuer sein zehnjähriges Jubiläum feiert, gab Oliver neue Kraft.

Bis zu acht Alkoholkranke haben dabei die Möglichkeit, täglich von Montag bis Freitag einen halben Tag lang in einer "Animal Farm" in Wattenberg, Ampass, Volders oder Tulfes mitzuhelfen. "Gemeinsam mit dem Betreuer und den Mitarbeitern des Zoo- und Parktierhandels kümmern sich die Projektteilnehmer um Schweine, Esel, Enten oder  Lamas. Sie füttern die Tiere, misten die Gehege aus oder erledigen Reparaturarbeiten", erklärt Michael Hennermann (kleines Bild), der das Projekt sechs Jahre lang betreute.

Zwölf Euro Taschengeld warten auf die Teilnehmer bei ihrer Rückkehr. "Viele sparen das Geld und ermöglichen sich so den Kauf eines Fernsehers", weiß der Sozialarbeiter. Besonders gut tue den Alkoholkranken laut Hennermann, dass sie durch die Beschäftigung auf dem Land aus der Stadt herauskommen. "Es war immer toll zu beobachten, wie sich bei den Menschen das Selbstwertgefühl steigerte. Gut zwei Dutzend der 130 Teilnehmer in den zehn Jahren, haben es sogar geschafft, vom Alkohol wegzukommen", strahlt Hennermann, der das Projekt künftig in die Hände von Axel Bitterle legen wird.

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