Fr, 24. November 2017

Streit um Alm

16.08.2013 09:14

Steirer warnt: „Immer wieder stürzen Tiere ab“

Die steirische Umweltanwältin Ute Pöllinger hat scharfe Kritik an der Errichtung eines Almerschließungswegs in Richtung Pfaffingalm geübt. Nun meldet sich Almbewirtschafter und Viehauftreiber Bernhard Hochsteiner zu Wort. Für ihn ist die Straße eine Notwendigkeit – ansonsten sei künftig keine Bewirtschaftung der Pfaffingalm mehr möglich.

"Seit Jahrhunderten werden Tiere auf die Pfaffingalm getrieben, seitdem gab es immer wieder Probleme. Lastpferde und Rinder stürzten beim schmalen Einstieg zur Karlstiege über das steile und felsige Gelände ab", sagt Hochsteiner. Alleine in den vergangenen Jahren sind zwei Rinder tödlich abgestürzt. Der nun geschaffene Weg von der Kulmalm über die Karlstiege in das Vorderkahr könnte in Zukunft einen sicheren Viehauftrieb gewährleisten.

Nicht nur das: "Auf der Pfaffingalm gibt es kaum Quellwasser, sondern nur Wasserlacken und Regenwasser, das in Tanks gesammelt wird. In den vergangenen Jahren hatten wir immer größere Probleme mit der Wasserversorgung, sodass wir die Tiere über unwegsames Gelände etwa eine dreiviertel Stunde zur Tränke in der angrenzenden Fobisalm treiben müssen."

Der von Pöllinger geforderte Rückbau in den Urzustand hätte laut Hochsteiner "fatale Folgen": "Durch die extremen Wetterverhältnisse wird es in Zukunft unmöglich sein, die Tiere ohne zusätzliches Wasser vom Tal aus zu versorgen." Die Bewirtschaftung der Pfaffingalm könnte eingestellt werden, Hunderte Wanderer würden vor einer geschlossenen Hütte stehen.

Hochsteiner: "Meiner Meinung nach wird ein Almgebiet zerstört, wenn es nicht mehr bewirtschaftet wird und kein Vieh mehr auf der Alm weidet – und nicht durch einen Traktor- oder Jeepweg, der nach der Begrünung wieder zur Weidefläche wird."

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