Fr, 24. November 2017

„Vier Pfoten“-Hinweis

17.12.2012 11:26

Behörden konfiszieren in Wien 13 Hundebabys

Nach einem Hinweis der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" konnte die Polizei in Wien-Donaustadt am Wochenende illegale Welpenhändler überführen. 13 Welpen aus der Slowakei mit gefälschten Impfpässen, die sich in der Wohnung des Händlerpaares befanden und nicht älter als fünf Wochen sein dürften, wurden beschlagnahmt und ins Wiener Tierschutzhaus gebracht. Drei von ihnen sind schwer krank und werden auf der Krankenstation versorgt, ihre Überlebenschancen sind leider gering.

"Vor Kurzem rief uns eine geschädigte Käuferin an, deren Hund kurz nach dem Kauf schwer krank geworden und gestorben war. Wir haben uns dann selbst als Interessenten ausgegeben und das Händlerpaar, das im Internet inseriert, kontaktiert", berichtet Nikola Furtenbach, Kampagnenleiterin der "Vier Pfoten". Ein Besuch bei den Händlern wurde vereinbart, bei dem sich die Tierschützer von den Missständen überzeugen konnten: "Die Hundebabys waren extrem jung, einige offensichtlich krank, und einige andere schienen sehr geschwächt", so Furtenbach.

Welpen in "extrem schlechter Verfassung"
Nach dem Besuch zeigten die Tierschützer die Händlerin umgehend bei der Polizei an. Diese ließ die Welpen daraufhin konfiszieren und ins Tierschutzhaus bringen. Ein Verfahren gegen die Händler wurde eingeleitet. Wie Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzverbandes, bestätigt, sind drei der Welpen in extrem schlechter Verfassung: "Sie werden wahrscheinlich nicht durchkommen. Bei den anderen sind wir uns nach wie vor nicht sicher, ob sie ebenfalls krank sind. Erst nach Abschluss der tierärztlichen Untersuchungen werden wir Gewissheit haben."

Lukratives Geschäft mit der Ware Hund
Das Geschäft mit der Ware Tier scheint immer lukrativer zu werden. Das Leid dahinter bleibt dasselbe: Welpen werden dabei oft viel zu früh von ihren Müttern, die lediglich als Gebärmaschinen fungieren, getrennt. Das führt in vielen Fällen zu Krankheiten, oft extrem ansteckend, und Verhaltensstörungen. Ein Großteil von ihnen stirbt bereits nach wenigen Wochen beim neuen Besitzer bzw. verursacht hohe Tierarztkosten.

Die Muttertiere werden oft getötet oder wie Abfall entsorgt, sobald man sie aufgrund körperlicher Entkräftung nicht mehr "gebrauchen" kann. Die meisten Welpen kommen aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien. In Kisten und Kofferräume gepfercht, werden sie beim Transport oft tagelang durch Europa gekarrt. Impfzeugnisse, so sie überhaupt vorhanden sind, werden meistens gefälscht.

Niemals Hunde aus dem Internet kaufen!
"Wir appellieren an alle, niemals Hunde aus dem Internet zu kaufen. Die Chance, dass man dabei Betrügern zum Opfer fällt, ist sehr groß", sagt Furtenbach. "Wir raten Interessenten, in jedem Fall zunächst mal ein Tierheim zu besuchen, denn dort gibt es nicht nur entzückende Hunde, sondern immer wieder auch Welpen." Wenn es unbedingt eine bestimmte Rasse sein müsse, dann sollte man sie nur bei seriösen und registrierten Züchtern kaufen, so Furtenbach.

Hier findest du eine "Vier Pfoten"-Liste mit den wichtigsten Punkten, die bei der Anschaffung eines Hundes unbedingt beachtet werden sollten, um Betrügern und unseriösen Anbietern nicht in die Falle zu gehen.

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