Di, 23. Jänner 2018

Kultklub vor dem Aus

29.05.2012 18:03

LASK ohne Lizenz: "Eine sportliche Katastrophe"

Der LASK ist nicht mehr Mitglied der Bundesliga. Wie deren Vorstand Georg Pangl am Dienstagnachmittag auf seinem Twitter-Account bekannt gab, wurde dem Traditionsklub die Lizenz für die neue Spielsaison in der Ersten Liga auch in dritter Instanz verweigert. Für Trainer Walter Schachner (li.) ist das Urteil "eine sportliche Katastrophe" - und auch ein Versagen von Politik und Wirtschaft. Vereinspräsident Peter-Michael Reichel (re.) war vorerst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Weil das Ständige Neutrale Schiedsgericht der Bundesliga die Klage der Linzer abgewiesen hat, ist der von den Fans gern als "Stolz von Oberösterreich" titulierte Traditionsklub erstmals seit seinem Einstieg ins Oberhaus 1950 nicht mehr in einer der beiden obersten Spielklassen vertreten. Die "Athletiker", die in der abgelaufenen Saison nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga verpasst hatten, werden nun wohl einen Neuanfang in der Regionalliga starten.

"Es ist schade, dass ein Traditionsverein wie der LASK aus der Bundesliga ausscheidet", erklärte Pangl. "Die Entscheidung des Schiedsgerichts gilt es zu akzeptieren." Der LASK hatte als einziger der 20 Antragsteller aus Bundesliga und Erster Liga die Lizenz nicht schon in erster Instanz erhalten.

An finanziellen Vorgaben gescheitert
Offenbar scheiterte der LASK an den finanziellen Vorgaben der Bundesliga. Beim Schiedsgericht, das am Dienstag im Justizzentrum Wien tagte, war deren Einhaltung aber gar kein Thema mehr. "Die Prüfung der Erfüllung der finanziellen Kriterien wurde im heutigen Verfahren nicht mehr erörtert", sagte LASK-Steuerberater Thomas Kabler. "Die Klage wurde abgewiesen, weil aus den vom Abschlussprüfer übermittelten Unterlagen das Prüfungsergebnis nicht ausreichend ableitbar war."

Niederlage für Vereinspräsident Reichel
Das Urteil wird auch zur Niederlage für Vereinspräsident Reichel, der den Klub Anfang des Jahrtausends vor dem finanziellen Exitus bewahrt hatte und 2007 von der zweiten in die oberste Spielklasse führte. Der Oberösterreicher, der auch als Veranstalter der Damen-Tennisturniere in Linz und Gastein fungiert, konnte aber nicht verhindern, dass der Klub immer wieder mit Problemen zu kämpfen hatte. So war den Linzern die Lizenz schon 2003 (Schiedsgericht) sowie 2011 (Protestkomitee) nicht in erster Instanz erteilt worden, immer wieder sah sich Reichel den Anfeindungen von Fangruppen ausgesetzt.

Schachner: "Man hat den LASK fallen gelassen"
"Man hat den LASK schon ein bisschen fallen gelassen. Ich lese immer nur, dass den Reichel keiner mag. Aber da muss man sich eben zusammenfinden. Das habe ich vermisst", meinte Trainer Schachner. Er selbst, dessen Vertrag mit Juni endet, werde nun mit anderen Vereinen Kontakt aufnehmen. "Die Regionalliga ist nicht in erster Linie meins", sagte Schachner, dessen Name auch als Nachfolger von Ivica Vastic bei der Austria ins Spiel gebracht wurde. Dazu meinte der Steirer lediglich: "Mit der Austria hat es noch keinen Kontakt gegeben."

Folgen auch für die Erste Liga
Die Entscheidung hat auch Folgen für die Erste Liga. Weil der LASK an die letzte Stelle gereiht wird, hält der ursprünglich neuntplatzierte FC Lustenau die Klasse, der Tabellenletzte Hartberg spielt in der Relegation gegen Regionalliga-Mitte-Meister GAK um den Klassenerhalt.

Unklar ist indessen, welches Team der LASK in der kommenden Saison aufbieten kann. Denn selbst der Verbleib jener Kicker wie Stürmer Hannes Aigner, deren Verträge auch in der dritthöchsten Spielklasse gelten würden, ist keinesfalls gesichert. Offen ist auch, ober der LASK weiterhin im Stadion der Stadt Linz auf der Gugl spielen kann oder etwa nach Traun geht, wo in der abgelaufenen Saison die Juniors in der Regionalliga ihre Heimpartien austrugen.

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