Di, 12. Dezember 2017

"Kontakt verloren"

11.04.2012 21:14

Anwälte des US-Todesschützen werfen Handtuch

Die Anwälte des selbst ernannten Hilfssheriffs George Zimmerman (Bild links), der Ende Februar in Florida einen schwarzen Jugendlichen erschossen hatte, haben ihr Mandat niedergelegt. Craig Sonner und Hal Uhrig (Bild rechts) machten dafür am Dienstag das eigenmächtige Verhalten des 28-Jährigen dafür verantwortlich. "Wir haben den Kontakt zu ihm verloren", sagte sein bisheriger Verteidiger Sonner.

Zimmerman habe ohne ihr Wissen die mit dem Fall betrauten Sonderstaatsanwälte kontaktiert und mit einem Moderator des Senders Fox News telefoniert, kritisierte Uhrig. "Eine der Sachen, die jeder Anwalt seinem Mandanten sagt, ist: Sprich nicht mit den Staatsanwälten. Sprich nicht mit der Polizei. Sprich offen gesagt mit niemandem, bis wir die Lage unter Kontrolle haben", sagte Uhrig. Über das Verhalten Zimmermans seien sie deshalb "ein bisschen verwundert" gewesen.

Zimmerman hatte als Mitglied einer Bürgerwehr angegeben, den 17-jährigen Trayvon Martin Ende Februar aus Notwehr erschossen zu haben. Der Anwalt von Martins Familie wirft ihm dagegen vor, den Jugendlichen "kaltblütig" ermordet zu haben. Sonner sagte, er sei weiterhin davon überzeugt, dass Zimmerman aus Notwehr gehandelt habe. "Nichts, was ich über ihn oder seinen Fall gesagt habe, hat sich in irgendeiner Weise geändert."

Wie später bekannt wurde, wollen Sonderermittler den Schützen offenbar wegen seiner Tat anklagen. Aus Justizkreisen hieß es, die Anklägerin Angela Corey könnte bereits in den nächsten Stunden oder Tagen einen entsprechenden Schritt gegen Zimmerman setzen, berichtete die "Washington Post". Auf welchen Tatbestand die Anklage lauten wird, ließ das Blatt offen.

Zimmerman untergetaucht
Seit dem Tod Martins wurde Zimmerman nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Der 28-Jährige halte sich nicht mehr im Bundesstaat Florida auf, sagte Uhrig. Er sei aber weiterhin in den USA. "Hören Sie auf nach Florida zu schauen, sondern schauen Sie viel weiter weg", ergänzte der Jurist.

Der Fall löste eine landesweite Kontroverse um Rassismus und laxe Waffengesetze aus. Polizei und Justizbehörden gerieten zudem wegen der zurückhaltenden Ermittlungen in die Kritik. Auch Präsident Barack Obama schaltete sich ein und forderte Aufklärung. Sonderstaatsanwältin Angela Corey, die über eine Anklage gegen Zimmerman entscheidet, erklärte am Dienstag, sie werde binnen 72 Stunden "neue Informationen" bekanntgeben.

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