So, 18. Februar 2018

Blutige Anschläge

10.04.2011 11:36

Parlamentswahlen Nigerias von Gewalt überschattet

Überschattet von mehreren Bombenanschlägen hat Nigeria am Samstag ein neues Parlament gewählt. Nahe der Hauptstadt Abuja und in der Stadt Maiduguri im Nordosten des Landes gingen insgesamt drei Sprengsätze hoch, mindestens dreizehn Menschen wurden nach Polizeiangaben getötet und Dutzende verletzt. Ungeachtet der Gewalt strömten die Wähler in großer Zahl in die Wahlbüros.

In der Nacht auf Samstag explodierte in einem Wahlbüro nahe Abuja ein Sprengsatz, laut Polizei starben dabei mindestens dreizehn Menschen, 38 Menschen wurden verletzt. Am Samstag explodierte dann tagsüber in einem Wahlbüro in Maiduguri eine Bombe, ein weiterer Sprengsatz detonierte am Abend in einem Auszählungsbüro der gleichen Stadt. Eine genaue Opferzahl der beiden Anschläge in Maiduguri lag zunächst nicht vor, es soll aber ebenfalls Tote und Verletzte gegeben haben.

Bereits am Freitag hatte eine Gruppe Bewaffneter in der Stadt Shani im nordöstlichen Bundesstaat Borno eine Polizeiwache angegriffen, in der Wahlhelfer gerade Material für den Urnengang sammelten. Vier Menschen starben. In Borno wurde nach Polizeiangaben ein Vertreter der Regierungspartei von einem Unbekannten erschossen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch waren allein im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Wahlen seit November mehr als 80 Menschen getötet worden.

Andrang trotz Gewalt groß
Die Wahlbüros öffneten am Samstag teilweise mit Verspätung. Vor einigen Wahlbüros herrschte großer Andrang, in den Straßen bildeten sich lange Schlangen. Der Chef der Wahlkommission, Attahiru Jega, sagte, die Wahlbeteiligung könne zwischen 75 und 85 Prozent liegen. Offizielle Auswertungen lagen aber noch nicht vor. In etwa zehn Prozent der Wahlkreise konnte nicht gewählt werden, weil die Wahlzettel nicht rechtzeitig vorlagen. Die Abstimmung soll dort nachgeholt werden.

Die Wahl fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt: Die Grenzübergänge zu Nachbarländern wurden vorübergehend geschlossen, der Straßenverkehr eingeschränkt, Soldaten patrouillierten an strategischen Punkten. Unregelmäßigkeiten wurden aus der Region des Niger-Delta gemeldet, im Bundesstaat Bayelsa wurden nach Angaben der Behörden Wahlhelfer entführt und Wahlmaterial gestohlen. Staatschef Goodluck Jonathan sagte vor seiner Stimmabgabe, es gebe "unsoziale Elemente", die die Wahl sabotieren wollten. "Es wird ihnen nicht gelingen."

Test für die Demokratie Nigerias
Die Wahlen galten als wichtiger Test für die Demokratie im mit 160 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Staat Afrikas. Ursprünglich sollte die Parlamentswahl bereits am vergangenen Samstag stattfinden. Wegen organisatorischer Mängel und zu spät gelieferter Wahlunterlagen wurde sie jedoch zweimal verschoben. Für den 16 April sind außerdem Präsidentschaftswahlen angesetzt, bei denen Amtsinhaber Jonathan um seine Wiederwahl kämpfen wird, am 26. April stehen dann die Wahlen der Gouverneure und Regionalparlamente an.

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