Sa, 16. Dezember 2017

Politiker deckt auf

28.03.2011 17:53

Betreiber von Isar 1 hielten Vorträge an heimischen Schulen

Isar 1 ist seit 1977 am Netz gewesen, nur 150 Kilometer von Salzburg entfernt. Der Schrott-Reaktor ging nun am 17. März vom Netz - weil dabei eine Panne passierte, kam es zur Not-Abschaltung (siehe Infobox). Aber das ist noch nicht alles: Wie der Salzburger Nationalrat Erich Tadler nun bekannt machte, wurde mit dem von E.on betriebenen Uralt-Meiler sogar in Schulen Werbung für Atom-Energie gemacht.

"Das passierte in Landeck in Tirol, dort rühmten Mitarbeiter von Isar 1 im Gymnasium und in der HAK, wie toll die Atomenergie funktioniert", weiß Tadler. Die Vorträge in Schulen wurden nach Protesten der Tiroler Grünen eingestellt.

Wasserkraft mit Atomstrom "bezahlt"
In diesen Tiroler Bezirk hat E.on übrigens beste Kontakte: Dort steht das Kraftwerk Sellrain-Silz, für das die Tiroler Tiwag einen Vertrag mit der E.on hat: Eine Turbine wird direkt von Bayern (!) aus zugeschaltet, wenn Bedarf nach Spitzenstrom besteht, E.on zahlt dafür mit Energie, also vorwiegend mit Atomstrom.

Die Salzburger Grünen sind alarmiert: "Über Verbindungen unserer Stromerzeuger mit den Atomkonzernen ist viel zu wenig bekannt – wir prüfen, ob es auch hier Verstrickungen gibt", sagte die Abgeordnete Astrid Rössler. Tadler startet nun als Unabhängiger einen Vorstoß im Nationalrat: "Ich will Aufklärung über das Lager für die abgebrannten Brennstäbe, das es auf dem Gelände von Isar 1 gibt", kündigte er an.

"Krone"-Petition mit großem Zuspruch
Immer mehr Unterstützung gibt es zwischenzeitlich für die "Krone"-Petition zum Atom-Ausstieg – im Lungau fordert nun die gesamte SP-Spitze um den Landtagsabgeordneten Peter Pfeifenberger und die Ortschefs Gerd Brand (St. Margarethen), Franz Winkler (Ramingstein) und Franz Doppler (Mariapfarr) den dauerhaften Stopp aller Uralt-Reaktoren wie Isar 1.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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