Mi, 18. Oktober 2017

Hoher Blutzoll

18.11.2010 14:46

Auto- und Beifahrer in NÖ legen viel zu selten den Gurt an

So richtig gute Freunde sind die Niederösterreicher und die Gurtanlegepflicht offenbar auch nach 20 Jahren noch nicht geworden. Die Niederösterreicher sind im bundesweiten Vergleich Gurtmuffel Nummer eins – das zeigen Zahlen aus der Verkehrsunfallstatistik des Innenministeriums (bis 14. November 2010). Von knapp 60 Verkehrstoten in diesem Jahr, die nicht angeschnallt waren, verunglückte fast die Hälfte allein in Niederösterreich.

"Unter den heuer (in Österreich, Anm.) bisher 493 tödlich Verunglückten waren 58 Fahrer bzw. Mitfahrer nicht angegurtet", berichtete ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger am Donnerstag. Nach 20 Jahren Gurtanlegepflicht schnallen sich die heimischen Autofahrer immer noch zu selten an. Das kostet viel zu oft Leben. Die meisten nicht angeschnallten Autolenker oder Beifahrer sind in Niederösterreich verunglückt (25), gefolgt von der Steiermark (9), Salzburg (8), Oberösterreich (5), Tirol (4), vom Burgenland (3) sowie Vorarlberg und Kärnten (jeweils 2). Nur in Wien gab es keinen solchen Unfall. Die Zahlen stammen aus der Verkehrsunfallstatistik des Innenministeriums (bis 14. November 2010).

Aufprallenergie für Menschen viel zu groß

Die bei einem Unfall freiwerdenden Kräfte sind schon bei Tempo 30 enorm: Ein nicht angeschnallter Pkw- Insasse müsste imstande sein, bei einem Aufprall mindestens das Zehnfache seines Körpergewichtes mit den Armen und Beinen abzustützen - was unmöglich ist.

Die Gurtanlegepflicht für die Insassen auf den Vordersitzen eines Pkw besteht seit 15. Juli 1976, mit Strafandrohung seit 1. Juli 1984. 1985 waren laut ÖAMTC um 317 Verkehrstote weniger zu beklagen als im Jahr davor. Seit 28. Juli 1990 gilt die Gurtanlegepflicht für alle Insassen eines Pkw. Zuletzt wurden 2005 die Strafen für das Nichtverwenden auf 35 Euro erhöht.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).