Di, 12. Dezember 2017

Psychisch krank

16.08.2010 09:37

Bombendrohung im ORF Landesstudio: Täter geschnappt

Aufatmen bei den Mitarbeitern des ORF-Landesstudios in Graz: Jener Mann, der Sonntag früh Bombenalarm ausgelöst hatte, ist von der Polizei geschnappt worden. Der mutmaßliche Täter, ein 55-Jähriger aus dem Bezirk Graz-Umgebung, leidet offenbar schon seit Jahren unter einer schweren psychischen Erkrankung. Er wird wegen gefährlicher Drohung auf freiem Fuß angezeigt.

Der Verdächtige hatte am Sonntag beim Portier ein Einkaufssackerl abgegeben - darin befanden sich ein Drohschreiben an zwei ehemalige ORF-Angestellte sowie der verrostete Zündkopf einer Sprenggranate.

Der Pensionist leidet laut Exekutive seit Jahren an paranoider Schizophrenie. Der 55-Jährige habe sich beim Erscheinen der Polizisten am Sonntagabend kooperativ gezeigt und sei freiwillig mit zur Einvernahme gegangen. Der Verdächtige gab gegenüber den Beamten an, dass er nur mit den Bedrohten in Kontakt hatte treten wollen. Den funktionslosen Zündkopf habe er vor Jahren bei einer Wanderung gefunden. Bei einer Hausdurchsuchung wurden laut Exekutive weder Sprengstoff noch Substanzen zur Herstellung von Sprengstoffen gefunden.

Verdächtiger drohte mit Rohrbombe
Sonntag früh gegen 4.30 Uhr war der vermeintliche Bote per Fahrrad zum Funkhaus in der Marburgerstraße gekommen und gab das für einen ehemaligen Mitarbeiter bestimmte Papiersackerl beim Portier ab. Dann rückte der Verdächtige mit dem wahren Grund seines Erscheinens heraus: Er habe eine Rohrbombe für eine weitere Ex-ORF-Mitarbeiterin bei sich - und werde nun zum Thalersee fahren und dort ein Boot in die Luft sprengen!

Als der Verdächtige verschwunden war, alarmierte der Portier die Polizei. Das Gelände wurde abgesichert und der sprengstoffverdächtige Plastiksack von einem sachkundigen Beamten untersucht. Darin befanden sich ein handschriftliches Schreiben, ein Metallkeil und der Zündkopf der Granate. Laut Kriminalpolizei war das Drohschreiben nur sehr schwer lesbar und "wirr" abgefasst.

Ehemalige Mitarbeiter wohlauf
"Es ist beruhigend zu sehen, dass das Sicherheitssystem funktioniert hat", nahm ORF-Kommunikationschef Pius Strobl Sonntagmittag Stellung. Der Verdächtige sei nicht in das Gebäude gelangt, der Sendebetrieb sei weitergelaufen. Strobl zufolge hatte es bisher keine derartigen Vorkommnisse gegeben. Aber solche Drohungen würden immer sehr ernst genommen.

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