Fr, 15. Dezember 2017

Fall Julia Kührer

11.08.2010 19:57

30 neue Zeugen sollen auf Spur des "Bekannten" führen

Die Polizei erhöht den Druck im Fall um die vermisste Niederösterreicherin Julia Kührer. Mehr als 30 Personen wurden am Mittwoch in der Causa einvernommen. Bei ihnen soll es sich um Besucher einer Moto-Cross-Veranstaltung in Schrattenthal handeln, die Julia drei Tage vor ihrem Verschwinden besuchte.

Die Ermittler wissen mittlerweile, dass die damals 16-Jährige am 24. Juni 2006 von 21 bis mindestens 23.11 Uhr auf dem Gelände war. Mit wem sie die Veranstaltung besuchte, ist bis dato ungeklärt. Drei Tage später verschwand das Mädchen. Die Polizei vermutet, dass Julia nicht auf eigene Initiative zu dem Rennen gegangen war, weil sie sich nicht für Moto-Cross interessierte. Sollte sie einen Begleiter gehabt haben, könnte dieser mit dem Verschwinden in Zusammenhang stehen.

"Wir wissen, dass auch andere Jugendliche aus Pulkau dort gewesen sein dürften. Sie stammen aber nicht aus dem unmittelbaren Freundeskreis von Julia", sagte Bundeskriminalamt-Sprecher Alexander Marakovits. Besucher der Moto-Cross-Veranstaltung in Schrattenthal werden gebeten, sich beim BK zu melden. "Auch der kleinste Hinweis, gerne auch vertraulich, ist für die Ermittler hilfreich", sagte der Sprecher. Bei den Hinweisgebern, die nun befragt werden sollen, handelt es sich hauptsächlich um Motorsportler aus dem Großraum St. Pölten.

Suche nach Jugendlichen vom Hauptplatz geht weiter
Nach wie vor offen ist, wer jene drei Jugendlichen sind, die laut einem Zeugen am 27. Juni um 13.30 Uhr am Hauptplatz in Pulkau, vis-a-vis der Post, mit Julia gesehen worden waren. Sie waren mit einem silbernen Auto unterwegs.

Nachdem die Befragungen im engsten Umkreis der Vermissten wenig zielführend waren, haben die sogenannten Cold-Case-Ermittler im BK mittlerweile damit begonnen, die Tage vor dem Verschwinden der damals 16-jährigen Niederösterreicherin zu rekonstruieren. Der Besuch der Jugendlichen mit zwei Freundinnen am Donauinselfest am 24. Juni 2006 steht ebenfalls weiterhin im Blickpunkt der Polizei. Möglicherweise hat sie dort ihre neue Bekanntschaft kennengelernt.

Neue Bilder werden in den nächsten Tagen veröffentlicht
Die beiden Mädchen, mit denen Julia damals unterwegs war, wurden ebenfalls dazu befragt, konnten aber keine sachdienlichen Hinweise liefern. Sie wissen nicht, mit wem ihre Freundin später am Abend die Moto-Cross-Veranstaltung besucht hat. Weitere Bilder vom Donauinselfest wollen die Ermittler in den kommenden Tagen veröffentlichen. Sofern es gelingt, die Dateien wiederherzustellen, die sich auf einem alten Computer eines Hinweisgebers befinden.

Hinweise an das Bundeskriminalamt:

  • per Post an: Bundeskriminalamt - SPOC, Josef Holaubek Platz 1, A-1090 Wien
  • per Telefax: +43 1 24836-85191
  • per Telefon: +43 1 24836-85025-85027 
  • per E-Mail: bmi-ii-bk-spoc@bmi.gv.at

Alle Hinweise werden anonym behandelt. Rund fünf Beamte bilden das Kernteam der Cold-Case-Ermittler im Fall Julia Kührer. Sie sind rund um die Uhr im Einsatz - auch in den Nachtstunden.

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