Di, 12. Dezember 2017

Übler Fauxpas

02.08.2010 15:04

Deutsche GIS fordert Gebühren von toten Kindern

Den besten Ruf genießt die Gebühreneinzugszentrale GEZ - das deutsche Pendant zur GIS - ohnehin nicht. Doch der jetzt bekannt gewordene Fall hat in unserem Nachbarland für einen regelrechten Aufschrei der Empörung gesorgt: Die Gebührenwächter haben zwei Verstorbene per Brief an ihre Zahlungspflichten erinnert - und so bei den Eltern alte Wunden aufgerissen.

Rosalinde und Gerhard Lietze aus dem schwäbischen Schnürpflingen hatten es in ihrem Leben alles andere als leicht. Gleich zwei ihrer Kinder verstarben in jungen Jahren. Die Tochter 1990 mit zwei Jahren, der Sohn 1992 mit neun Monaten. Das hielt die GEZ aber offenbar nicht davon ab, den beiden Kindern jetzt sogenannte "Informationsschreiben" zu schicken, wie die "Südwest Presse" berichtet.

"Sie verdienen bereits eigenes Geld und halten im Haushalt Ihrer Eltern Rundfunkgeräte zum Empfang bereit? Dann müssen Sie die Rundfunkgeräte in Ihrem Zimmer oder in dem auf Sie zugelassenen Kraftfahrzeug extra anmelden", schreibt die GEZ. Und zwar gleich an beide Kinder der Familie.

Eltern sind völlig aufgelöst
Die Eltern sind nach den Briefen völlig aufgelöst. "Es ist alles wieder hochgekommen. Wir waren fix und fertig", zitiert die Zeitung das Ehepaar. Die beiden können sich nicht erklären, wie die Gebührenwächter an die Datensätze ihrer Kinder gekommen sind. Verbraucherschützer vermuten, dass sie einst der standesamtlichen Mitteilungen entnommen wurden.

Der GEZ ist der Fall jedenfalls äußerst unangenehm. "Wir haben uns bei den Eltern persönlich entschuldigt und die Namen der beiden Verstorbenen in unsere Sperrdatei aufgenommen", so ein Sprecher.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden