Do, 14. Dezember 2017

Irres Manöver

02.08.2010 16:30

Schumi entschuldigt sich bei Rubens Barrichello

Michael Schumacher hat nach seinem Irrsinns-Manöver am Sonntag bei Großen Preis von Ungarn doch noch ein Einsehen. Der Rekordweltmeister, der bei Tempo 290 beinahe Rubens Barrichello in die Boxenmauer gedrängt hätte, entschuldigte sich am Montag doch noch. Nachdem Schumacher via Twitter von Barrichello der offene Krieg erklärt worden war und er die TV-Bilder studiert hatte, meinte der Deutsche: "Sorry, das war zu hart!"

Er habe es Barrichello, mit dem Schumacher jahrelang gemeinsam bei Ferrari fuhr, "natürlich schwer machen" wollen, ihn zu überholen. Der 41-Jährige erklärte auch, dass er es seinem mittlerweile für Williams fahrenden Rivalen deutlich gezeigt habe, dass er ihn innen nicht vorbei lassen wollte. "Aber ich wollte ihn logischerweise nicht gefährden mit meinem Manöver", schrieb Mercedes-Pilot Schumacher am Montag auf seiner Homepage, nachdem er zuvor von den internationalen Medien mächtig Prügel hatte einstecken müssen.

Schelte in den Medien
Die italienische "La Gazzetta dello Sport" schrieb am Montag: "Schumacher ist wie immer: Er gibt seine Fehler nie zu, und er verhält sich im Umgang mit allen Piloten abschätzig." Die englische "Daily Mail" titelte auf ihrer Homepage: "Zeit für Michael Schumacher zu gehen nach dem Wahnsinns-Manöver gegen Rubens Barrichello". Und die spanische Sportzeitung "Marca" kündete bereits vom "Niedergang des Kaisers Michael Schumacher". Er habe das Leben seines Ex-Teamkameraden in Gefahr gebracht. "Schumachers Rückkehr zur Formel 1 wird zu einem der schwärzesten Kapitel in der Geschichte dieser Sportart", befand das Blatt.

Die größte Sauerei, die Lauda je gesehen hat
Auch Formel-1-Legende Niki Lauda ist entsetzt: "Das war die größte Sauerei, die ich je gesehen habe. Ich verstehe nicht, dass Michael so etwas macht." Die "Bild"-Zeitung sah den Vorfall ähnlich und fordert: "Schäm dich, Schumi!" Schumacher ist deswegen auch schon bestraft worden und muss beim nächsten Rennen in Spa am 29. August zehn Plätze weiter hinten starten.

Barrichello erklärt Schumacher den Krieg
Barrichello hatte sich über seinen früheren Ferrari-Teamkollegen auch auf "Twitter" bitter beschwert und das Verhalten des Deutschen als "gefährlichstes jemals gegen mich gefahrenes Manöver" bezeichnet. Er forderte seine 469.000 "Verfolger" deshalb auf, ihre Gefühle auf "Twitter" darzulegen und erklärte damit dem von ihm zuletzt immer heftiger kritisierten Deutschen endgültig den offenen Krieg.

"Ich mag faire Kämpfe, aber das war kein fairer Kampf. Wenn er als Erster im Himmel sein will, dann bitte. Aber ich will da oben nicht der Erste sein. Michael war drei Jahre weg, aber er ist immer noch der gleiche. Er fühlt sich immer im Recht", beschwert sich der Brasilianer.

Schumacher: "Formel 1 ist keine Kaffeefahrt"
Schumacher hatte auf Barrichellos Kritik eher arrogant reagiert und meinte nach dem Rennen: Fakt ist doch, dass er genug Platz hatte. Ich habe ihm doch gezeigt, dass ich nach rechts gehe. Wir sind hier bei der Formel 1 und nicht auf einer Kaffeefahrt!" Das kann auch der Schweizer Sebastian Buemi bestätigen: In der ersten Kurve hat mich Schumacher nach links gedrückt und ich musste hart bremsen, sonst wäre ich von der Strecke geflogen”, sagte der Toro-Rosso-Fahrer...

Geldstrafen für Mercedes und Renault
Während Schumacher als Strafe in Spa weiter hinten starten muss, müssen Mercedes und Renault für ihre Fehler in der Boxengasse tief in die Tasche greifen. Die Rennkommissare verhängten gegen beide Teams am Sonntag jeweils eine Strafe von 50.000 Dollar, das sind rund 38.300 Euro. Mercedes hatte bei Pilot Nico Rosberg den Reifenwechsel verpatzt, der Deutsche verlor in der Boxengasse darauf hin sein rechtes Hinterrad. Renault schickte Robert Kubica zu früh wieder los. Der zum Stopp kommende Adrian Sutil konnte im Force India nicht mehr ausweichen und krachte in das Auto des Polen. Sutil musste das Rennen aufgeben.

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