Sa, 18. November 2017

Bürger protestieren

07.07.2010 13:32

Widerstand gegen Erdgasleitung wächst in Berndorf

2,5 Hektar groß ist der Gasspeicher, den die RAG in Berndorf errichten will. Mit Gebäuden und Masten, die beim Mangelberger Wald bis zu zehn Meter hoch sind. Jetzt wächst der Widerstand gegen die Pläne, eine überparteiliche Bürgerinitiative sammelt Unterschriften für den "Schutz der Lebensqualität" und gegen den Bau.

Vor allem der Mathematiker Herbert Maurer und Finanzhofrat Eduard Paulus haben als Anrainer heftigste Bedenken: Die Speicheranlage und ein dazugehöriger Bohrturm wären trotz eines Grünstreifens weithin sichtbar, "das Werk zerstört die einzigartige Landschaft um Berndorf und mindert den Erholungswert enorm".

Die besorgten Berndorfer fürchten, dass ihre Häuser kräftig an Wert verlieren, wenn der Speicher in Betrieb ist – die Pumpen und Generatoren in der Anlage erzeugen "einen Dauer-Summton", heißt es. Am Freitag informiert die überparteiliche Interessensgemeinschaft gegen das Werk ab 19 Uhr im Neuwirt über die Pläne – "es geht auch um die Behördenverfahren", erläutert Paulus. "Da wäre eine Umweltverträglichkeitsprüfung sicher das Beste."

Bürgermeister versteht Widerstand nicht
Bürgermeister Josef Guggenberger, auf dessen Grund die Anlage geplant ist, kann den Widerstand nicht ganz verstehen: "Wir haben diese Anlage als Gemeinde nicht vorgeschlagen – das sind die Pläne der RAG, die soll das auch selbst vertreten." Er ist aber sicher: "Wenn da vorm Gasspeicher ein Streifen bepflanzt wird, steht die Anlage in zehn Jahren im Wald – die ist nicht mehr zu sehen."

Eines stellt er klar: "Wenn die RAG ihre Pläne mit Enteignungen durchsetzen will, dann werde ich nicht warten. Ich habe schon bei der 380-kV-Leitung etwas verloren, weil ich nicht verkauft habe, sondern mich enteignen ließ – das mache ich kein zweites Mal." Den Vorwurf, er wäre befangen, lässt er nicht gelten: "Dieses Verfahren wickle nicht ich ab, sondern unser Vizebürgermeister."

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung
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