Di, 21. November 2017

Wieder Zwischenfall

07.10.2009 09:20

Knaus-Heli verliert bei Flug 600 Kilo schweres Betonteil

Bei einem Transportflug der Salzburger "Heli Austria GmbH" ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Wie am Dienstag bekannt wurde, verlor ein Hubschrauber bei einem Lastenflug im Defereggental in Osttirol Ende September ein 600 Kilogram schweres Betonteil. Verletzt wurde niemand. Der Vorfall wird von der zuständigen Behörde, der Austro Control, überprüft.

Der Zwischenfall ereignete sich am 28. September bei einem Flug zur Clarahütte. Die Betonteile wurden zur Errichtung einer Kläranlage benötigt. Die beiden Teile seien durch ein synthetisches zwei Tonnen-Seil gesichert gewesen. Durch die Drehung eines der Stücke sei das Seil vermutlich geschmolzen und der Betonblock aus 50 Metern Höhe abgestürzt.

Die Austro Control habe ein Verfahren eingeleitet. Der Vorfall sei auch dem Land gemeldet worden, hieß es. Die "Heli Austria GmbH" verfügt seit August wieder über eine Außenlandegenehmigung für Tirol. Die Bewilligung war dem bekannten Flugunternehmer Roy Knaus im Juli entzogen worden, nachdem eine Maschine bei Transportflügen Anfang Mai eine Außenlast verloren hatte. Bei dem Unfall im Mai war ein zu dünnes Stahlseil unter der einen Tonne schweren Last gerissen und diese auf ein Hausdach gestürzt. Verletzt wurde damals niemand.

Unglück mit neun Toten in Sölden
In die Schlagzeilen war das Unternehmen nach einem Unfall mit neun Todesopfern am 5. September 2005 geraten. Im Skigebiet Sölden im Tiroler Ötztal hatte ein Knaus-Hubschrauber einen etwa 750 Kilo schweren Betonkübel über einer Gondel der "Schwarzen-Schneid-Bahn" verloren, die in der Folge in die Tiefe gerissen wurde. Aus einer zweiten Kabine wurden durch die Schwingungen des Seils sechs Skifahrer hinausgeschleudert.

Für neun Deutsche, darunter sechs Kinder im Alter von zwölf bis 14 Jahren, endete das Unglück tödlich. Der Pilot war in einem Strafverfahren vorerst zu 15 Monaten, in zweiter Instanz im Juni 2007 zu sieben Monaten bedingt wegen fahrlässiger Gemeingefährdung verurteilt worden.

Symbolbild

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