So, 22. April 2018

Dutzende Verletzte

23.01.2018 09:03

Vulkan-Gestein trifft Seilbahn und tötet Soldat

Beim Ausbruch eines Vulkans in Japan sind am Dienstag ein Soldat getötet und mehrere Menschen verletzt worden. Der Kusatsu-Shirane spie Berichten zufolge Asche sowie Felsbrocken aus, einer wurde auf eine Seilbahngondel geschleudert. Rund ein Dutzend weitere Personen wurden in dem Steinhagel auf ein Skigebiet der Tokioter Nachbarprovinz Gunma verletzt, berichteten japanische Medien.

Die von einem der Krater am Berg Kusatsu-Shirane ausgespuckten Felsbrocken zertrümmerten die Fensterscheiben der Gondel im Ski-Resort Kusatsu und verletzten die vier Insassen durch Glassplitter. In der Nähe wurde zudem ein japanischer Soldat, der mit sieben anderen für eine Übung auf Skiern unterwegs war, von den herabstürzenden Steinen erschlagen. Fünf seiner Kameraden wurden im Steinhagel schwer, zwei andere leicht verletzt, hieß es unter Berufung auf das Militär. Zunächst war berichtet worden, die Soldaten seien in eine Lawine geraten.




Behörden warnen vor weiterem Ascheregen
Insgesamt wurden zehn Personen verletzt, einige von ihnen schwer, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Die Behörden warnten vor weiterem dicken Ascheregen und hoben die Warnstufe an, um Besucher von dem Gebiet in der Tokioter Nachbarprovinz Gunma fernzuhalten.

"Ich dachte, die Gondel stürzt ab", sagte ein junger Mann im japanischen Fernsehen. Die Steine seien derart heftig auf die Seilbahn geprallt, dass die Gondel ins Schwanken geraten sei. "Ich bin froh, noch am Leben zu sein", sagte ein älterer Snowboardfahrer, der bei der Abfahrt in den Steinhagel geraten war und sich den Arm brach. Die Arbeit der Einsatzkräfte, die von Soldaten verstärkten wurden, gestaltete sich wegen schlechten Wetters schwierig.

Steine flogen bis zu einem Kilometer weit
Die Felsbrocken schlugen auch durch das Dach eines Gebäudes, in das sich rund 100 Menschen in Sicherheit gebracht hatten. Dabei wurde jedoch offensichtlich niemand verletzt. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie Felsen durch die graue Winterluft fliegen und dunkle Aschewolken aufsteigen. Dutzende Menschen wurden mit Helikoptern ausgeflogen. Rund einen Kilometer weit seien die Steine geflogen.

Vulkan hatte 3000 Jahre geschlummert
Der 2160 Meter hohe Vulkan war in der Früh (Ortszeit) ausgebrochen. Obwohl Japan mit seinen hochmodernen Frühwarnsystemen als weltweit führend gilt, war der Ausbruch nicht vorhergesehen worden. 3000 Jahre hatte der Vulkan namens Motoshirane nach Angaben japanischer Medien geschlummert. Ein anderer ebenfalls zum Berg Kusatsu-Shirane gehörender Krater war dagegen im Dezember 1983 ausgebrochen.

Japan zählt rund 110 aktive Vulkane. Knapp 50 davon werden nach Angaben der Zeitung "Asahi Shimbun" rund um die Uhr überwacht. Im September 2014 hatten umherfliegende Felsbrocken beim Ausbruch des Vulkans Ontake 63 Menschen getötet. Es war die verheerendste Vulkankatastrophe in Japan seit fast 90 Jahren.

 krone.at
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