Di, 22. Mai 2018

Druck zu hoch

23.02.2009 12:31

Jungwirth nicht mehr ÖOC-Generalsekretär

Das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) muss sich einen neuen Generalsekretär suchen. Bei einem Treffen des ÖOC-Vorstandes wurde am Sonntagnachmittag beschlossen, dass "der Dienstvertrag mit Generalsekretär Heinz Jungwirth auf seinen Wunsch mit 28. Februar 2009 einvernehmlich gelöst wird", hieß es in einer Aussendung von ÖOC-Boss Leo Wallner. Bis auf weiteres werde ÖOC-Sportdirektor Matthias Bogner mit der Führung der Geschäfte beauftragt und als Nachfolger von Jungwirth, der sein Amt am 22. November 1982 angetreten hatte, fungieren.

"Für die Schaffung neuer Strukturen und den zu überarbeitenden Satzungen samt Geschäftsordnung wird eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz von ÖOC-Vorstandsmitglied Herbert Hübel eingesetzt", kündigte Wallner an.

"Druck über die Medien" als Grund
"Heinz Jungwirth ist auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Ich habe lange mit ihm geredet und hatte das Gefühl, dass er nicht mehr möchte", erklärte Wallner im Gespräch und nannte den "Druck über die Medien" als Hauptgrund für Jungwirths Entscheidung, seinen Dienstvertrag mit dem ÖOC aufzulösen. "Diesen Druck hat er sich nicht verdient, wie er sagt. Ich hoffe, dass er das berechtigterweise sagt", betonte Wallner, der erst am 13. Februar für vier weitere Jahre in seinem Amt bestätigt wurde.


Finanzielle Ungereimtheiten
Jungwirth selbst war vorerst für keine Stellungnahme erreichbar. Der 57-jährige Wiener, der früher in einem Gymnasium in der Bundeshauptstadt Geschichte und Leibeserziehung unterrichtet hatte, war seit 27 Jahren in der Olympischen Bewegung in Österreich tätig. Zuletzt war er im Zusammenhang wegen der angeblichen Ungereimtheiten bei Geldflüssen zwischen dem Olympia-Förderverein und der Salzburger Olympia-Bewerbungs-GmbH in die Kritik geraten.


Massive Kritik von Minister Darabos
So hatte der Rechnungshof beanstandet, dass der Förderverein 150.000 Euro nicht mehr an die Olympia-Bewerbungs-GmbH zurückbezahlt habe. Und zuletzt hatte auch Verteidigungs- und Sportminister Norbert Darabos in Interviews mit heimischen Medien massive Kritik an Jungwirth geübt. "Ich habe vor allem zum Generalsekretär kein Vertrauen", hatte der Minister etwa am Mittwoch in einem Interview mit einer Tageszeitung gemeint.

Zwei externe Wirtschaftsprüfungen des ÖOC haben jedoch ergeben, dass keine offene Schuld des Olympia-Fördervereins gegenüber der Salzburg 2014 GmbH bestehe. Derzeit ist noch eine dritte unabhängige Prüfung im Gange. Dazu hat ÖOC-Boss Wallner, der auch dem Förderverein vorgestanden ist, stets betont, dass es nie ein Darlehen von der Olympia-Bewerbungs-GmbH gegeben habe.

Staatsanwaltschaft ermittelt
Die Staatsanwaltschaft Salzburg ermittelt in diesem Zusammenhang gegen die früheren Geschäftsführer der "Salzburger Winterspiele GmbH" wegen des Verdachts der Untreue, wie am Donnerstag bestätigt wurde. Gernot Leitner und Rudolf Höller, die beiden Nachfolger des 2007 zurückgetretenen Geschäftsführers der Winterspiele GmbH, Fedor Radmann, haben noch am selben Tag betont, dass sie diesen Ermittlungen "gelassen" entgegensehen. "Es hat keine Ungereimtheiten gegeben, alles ist belegbar. Ich habe da ruhiges Blut", erklärte Leitner.

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