Das freie Wort

Die eigene Welt der Politik

Die Zeit, in der Politiker angetreten sind, um Positives zu bewirken, scheint endgültig vorbei. Für die Mehrheit der derzeitigen politischen Kaste zählen in erster Linie Eigeninteressen und politische Macht, um die Selbstzweck-Interessen umzusetzen. Ein grundlegendes Problem scheint auch zu sein, dass kaum noch gestandene Fachleute aus der Wirtschaft in den Reihen der heutigen Politiker zu finden sind. Vorwiegend sind es Parteisoldaten, die von der realen Arbeitswelt – die nur dann bestehen kann, wenn Erfolg dahintersteht – nicht die geringste Ahnung haben. Und so kommt es, dass ein Großteil der politischen Macher nie lernt, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und für Fehlentscheidungen geradezustehen. Der Begriff Verantwortung wurde in der Welt der Politiker längst abgeschafft. Selbst Fehlentscheidungen mit fatalen Auswirkungen bleiben für die Verursacher ohne negative Folgen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Unfähigkeit wird oftmals mit Spitzenposten und -gehältern belohnt. Ich denke, es bestehen kaum noch Zweifel, dass die EU nahezu alle Ziele verfehlt und Verträge gebrochen hat. Es würde alleine die Auflistung gebrochener Verträge und verfehlter Ziele, ohne jede Übertreibung, mehrerer Seiten bedürfen, weshalb diese in einem Leserbrief nicht unterzubringen sind. Nur einige der negativen Auswirkungen der Brüsseler Unfähigkeits- und Ignorantentruppe: unsere desolate Wirtschaft, die eklatante Teuerung in den EU-Staaten, die völlig verfehlte Asylpolitik und die damit verbundenen Sicherheitsprobleme, das völlige Verlassen einer Friedenspolitik sowie eine Schuldenpolitik, die sich gewaschen hat und die noch einige Generationen nach uns spüren werden. Für solche „Glanzleistungen“ belohnt man sich großzügig und erhöht die Gehälter der gesamten EU-Beamtenschaft zum siebten Mal in drei Jahren. So darf sich Kommissionspräsidentin von der Leyen über ein Gehalt von 34.800 Euro und ein EU-Kommissar über rund 28.400 Euro (plus mehreren Tausendern an Spesen) monatlich freuen. Auch unser ausgeschiedener Finanzminister Magnus Brunner, der ein Budgetdesaster hinterlassen hat, ist einer dieser Günstlinge. Indessen ächzt ein großer Teil der EU-Bevölkerung unter der horrenden Teuerung und der schwachen Kaufkraft des Euro. Österreich bildet mittlerweile das Schlusslicht im Wirtschaftswachstum, ist aber Spitzenreiter in der Teuerung und auf sicherem Weg in ein EU-Defizitverfahren. Den ehemaligen Bundeskanzler Karl Nehammer, der für das Katastrophen-Budget in hohem Maße mitverantwortlich ist, will man dafür mit einer Spitzenposition in der Europäischen Investitionsbank belohnen. Und so lebt es sich ganz gut in der eigenen, völlig weltfremden Blase der Politik. Wie lange können wir uns solche Versager noch leisten?

Franz Zwickl, Muthmannsdorf

Erschienen am Mi, 9.4.2025

Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Weitere Leserbriefe
17.4.2026Datum auswählen
Kampfabstimmung abgesagt
Die Kampfabstimmung ist abgesagt: Die SPÖ torkelt von einer Peinlichkeit in die nächste. Babler wollte seine bald 61-jährige Staatssekretärin ...
Robert Kindl
Die Jungen wollen nicht, die Alten aber sollen
Was die Jahrgänge 1930 bis 1990 mit harter Arbeit aufgebaut und an Wohlstand geschaffen haben, wird nun von den Wohlstandsgenerationen an die Wand ...
Walter Janisch
Sozialbetrug
Wenn man dem Bericht Glauben schenken darf, dass 2025 allein 22,8 Mio. Euro (seit Bestehen der Taskforce 158 Mio. Euro) an Sozialleistung ...
Franz Umgeher
Trump kontra Papst
Gott sei Dank kann Donald Trump unseren verständnisvollen und Frieden wollenden Papst Leo mit seinen Machtgelüsten weder kündigen oder gar entlassen.
Elmar Niederkofler
Zeit für eine Neupositionierung?
Immer deutlicher treten die Risse in der Weltordnung zutage. Zwischen den Machtzentren hat sich ein Niemandsland des Vertrauens aufgetan – ein Raum, ...
Josef Richard Skumautz
Allein mir fehlt der Glaube
Der deutsche Kanzler Merz sagt anlässlich eines Besuchs Zelenskijs in Berlin, dass Russland den Krieg nicht gewinnen wird. Bei dieser kühnen Aussage ...
Josef Blank
Also sprach Herr Merz
Und er muss es ja wissen, wenn er sagt, dass Russland diesen Krieg nicht gewinnen wird. Aber die Ukraine sicher auch nicht. Und wenn wem vorab die ...
Friedrich Travnicek
Nur noch drei Wochen
Der diesjährige Urlaubssommer wird wohl kein Honiglecken und keine richtige Erholung, weil ein äußerst teures Vergnügen. Europas Fluggesellschaften ...
Christian Stafflinger
Fluglinien warnen vor Kerosin-Engpass
Es ist vielleicht gar nicht so schlecht, wenn Kerosin nicht mehr im Überfluss vorhanden ist. Damit steigt der Preis fürs Fliegen. Auch die Umwelt ...
Franz Neller
ORF-Sumpf
Eigentlich traurig, was sich im Öffentlich-Rechtlichen so abspielt. Aber wie heißt es immer: Wenn der Fisch stinkt, dann stinkt er am Kopf. Und das ...
Rudolf Kachina
Jeder gegen jeden
Redakteure gegen den Stiftungsrat, Stiftungsrat gegen Thurnher usw. Keiner kennt sich mehr aus. Vor allem diejenigen nicht, die das Ganze ...
Dr. Leopold Dercsaly
Pensionsvertrag
Da ich in letzter Zeit viel im Ausland war, habe ich vielleicht so manches nicht mitbekommen. Aber was mir auffällt: Es scheint noch niemand ...
Dr. Gerhard Danninger
Nicht die Frösche fragen
Zum Thema ORF: Wenn man einen Sumpf trockenlegen will, darf man nicht die Frösche befragen.
Gerhard Koglek
Medienminister
Wofür hat die österreichische Bundesregierung einen Medienminister, wenn er sich zu einem Skandal wie dem ORF nicht zu Wort meldet? Weg mit diesem ...
Engelbert Häusler
Journalistenaufstand im ORF
Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der anscheinend uns allen gehört, stinkt es seit Jahren ganz gewaltig. Immer wieder Gagen, die eine Frechheit ...
Georg Culetto
Der neue „Rex“
Die Neuauflage der Erfolgsserie „Kommissar Rex“ im ORF leidet am gleichen Problem wie alle Versuche, beliebte Fernsehsendungen zu reproduzieren: Man ...
Franz Weinpolter
Plastiksteuer vs. Mehrwertsteuer
Die geplante Plastiksteuer, auch auf PET-Flaschen, wird den Steuerzahler mehr kosten, als er sich mit der reduzierten Umsatzsteuer einsparen kann. ...
Gernot Puchas
Diebstahl auf Friedhöfen
Diese Grabräuber sind skrupellos, sie stehlen die Goldzähne von Verstorbenen. Aber nicht nur das, sie stehlen sogar eine „Star Wars“-Figur von einem ...
Pamela Pfennigbauer
Treppenwitz der Woche
Die Regierung hat uns jahrelang mit sogenannten Fachkräften geflutet und will jetzt, dass die Pensionisten länger arbeiten. Da ist wohl etwas falsch ...
Georg Hausharter
Die Gier der OMV
OMV-Chef Alfred Stern hat zuletzt mit Aussagen aufhorchen lassen, die mehr als provokant waren. Jetzt stellte sich heraus, dass Herr Stern nicht, wie ...
Leopold Rapp
Donald Trump
Jeden Tag, an dem man die Zeitung aufschlägt und über das Verhalten von Donald Trump liest, erschrickt man. Es muss doch jedem lang-sam klar sein, ...
Dagmar Junker

Voriger Tag
17.4.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt