Das freie Wort

Aktivistin pickte auf der Straße fest

Sie berichten über den Kampf von Martha Krumpeck für den Klimaschutz. Sie steht allein da. Leider begreift niemand wirklich, was vor sich geht. Und vor allem die Machthaber wollen gar nichts ändern. Die breite Masse wird mit unterschiedlichen Alibi-Aktionen abgelenkt. 2005 fand ein 3-tägiges Symposium in den Räumen der Nationalbibliothek statt. Der damalige Umweltminister Pröll hatte die Tagung eröffnet und gesagt, wir alle müssten 2% Energie pro Jahr einsparen. Haben Sie seitdem etwas darüber gehört? Mehr Grün und Radfahren stellen die offizielle Linie dar. In den Nächten glühen die Städte schon von Weitem vor Licht, in den Waschküchen laufen gas- und strombetriebene Wäschetrockner, auf den Dachböden ist Wäschetrocknen verboten. Weltweit gibt es knapp 1 Milliarde Autos. Die verursachen 27% des CO2. So viel wie 15 der größten Frachtschiffe. Aber auf den Ozeanen kreuzen etwa 60.000 Schiffe. Die wahren CO2-Quellen sind Kraftwerke, Industrie, Schifffahrt und Flugverkehr. Die Lösungen wurden aufgezeigt. Absoluter Umstieg auf Solarstrom, Erzeugung von Wasserstoff aus Wasser, Produktion von synthetischem Kraftstoff aus Wasserstoff und Kohlenstoff. Den kann man bereits jetzt in der Experimentierphase aus der Atmosphäre gewinnen. Wenn man sich dahinterklemmt, würde das bald lukrativ werden. Das große Aber: Da sind einige mächtige Lobbys dagegen. Und so läuft alles weiter wie gehabt. Solarenergie bleibt im Großen und Ganzen privaten Hausbesitzern überlassen. Stattdessen werden Radwege gebaut und Häuser begrünt. Ich weiß, wovon ich spreche. Seit Jahrzehnten setze ich mich für die Umwelt ein, seit Jahrzehnten nehme ich an allen einschlägigen Konferenzen teil.

Helmut Belanyecz, Österreichisches Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz, per E-Mail

Erschienen am Mi, 18.5.2022

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