Händeschütteln ist also in Coronazeiten nicht sehr ratsam. Eigentlich ist es ohnehin eine längst nicht mehr zeitgemäße Geste aus dem Mittelalter. Damit wollte man zeigen, dass man keine Waffe in der Hand verborgen hält und sich somit in friedlicher Absicht nähert. Von vielen wird der Händedruck nun durch ein Faust- oder Ellbogen-Zusammenstoßen ersetzt. Mir gefällt weder das dem Boxen ähnliche noch das Rempelei-Begrüßungsritual. Die in den asiatischen Ländern gebräuchliche Methode der gefalteten Hände samt Verneigung scheint mir schon besser, hat aber in unserer westlichen Welt eine andere Bedeutung. Ich habe mir also angewöhnt, wenn ich jemanden begrüße, den Hut zu ziehen, unabhängig davon, ob ich tatsächlich einen aufhabe oder nicht. Eine Andeutung genügt und wird verstanden. Es ist also oft nur eine symbolische Geste, mit der ich meinem Gegenüber Respekt zolle. Ich werde das auch beibehalten, falls die Pandemie Körperkontakte wieder zulassen sollte. Immerhin hat uns jüngst die Erfahrung gezeigt, dass auch andere Virusübertragungen wie z. B. die Grippe durch vernünftiges Verhalten verhindert werden können. Und übrigens, wenn ich im Pissoir immer wieder feststelle, dass sich die meisten meiner männlichen Mitbürger nach dem Pinkeln die Hände nicht waschen, scheint mir schon deshalb das häufige Händereichen wenig wünschenswert.
Ludwig Zauner, Vorderstoder
Erschienen am Do, 17.6.2021
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