"Ich hab das Bordell zwei Tage lang beobachtet und mich dann für jenes Zimmer entschieden, in das die meisten Kunden gingen", sagt der 20-Jährige, der in Graz wegen versuchten Raubes vor Gericht stand. Bei der viel beschäftigten "Prostituierten" handelte es sich allerdings um einen Mann - und der setzte sich so kräftig zur Wehr, dass der Raub scheiterte.
"Als der vermeintliche Kunde mit gezücktem Messer auf mich losgestürzt ist, habe ich in allen Sprachen, die ich beherrsche, um Hilfe gebrüllt - Russisch, Englisch, Bulgarisch, Deutsch", sagt das Opfer, ein transsexueller Bulgare, dessen Liebesdienste in Graz offenbar recht begehrt sind. Beim darauf folgenden Handgemenge erlitt er eine Schnittwunde an der Hand.
Weißrusse "zur Illegalität gezwungen"
Der Asylantrag des Täters war bereits 2005 abgelehnt worden, eine Abschiebung ist unmöglich, weil Weißrussland ihn nicht zurückhaben will - "ich bin zur Illegalität gezwungen, darf nicht in mein Heimatland zurück, in Österreich nicht arbeiten und kann von der Sucht auch nicht loskommen, weil es für einen wie mich hier keine Therapiemöglichkeit gibt", sagt der 20-Jährige. Mit dem Drogenmissbrauch - "hauptsächlich Substitol" - habe er erst in Österreich begonnen. "Ich war 17 und habe halt die falschen Leute getroffen!"
Der gescheiterte Räuber ist voll geständig und scheint irgendwie sogar froh zu sein, sein persönliches Problem gelöst zu haben. Sechs Jahre und neun Monate lang "darf" er nun in Österreich bleiben - allerdings hinter Gittern...
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