03.07.2003 16:13 |

Olympia-Schiebung?

Wo sind die fehlenden Stimmen?

Die südkoreanische Delegation beim IOC-Kongress in Prag ortet Schiebung. Wie konnte es dazu kommen, dass bei der elektronischen Abstimmung über die Vergabe der Winterspiele 2010 sieben Stimmen abhanden kamen?
Bahnt sich da ein veritabler Skandal an? Inbeiden Wahlgängen fehlten, wie sich im Nachhinein herausstellte,insgesamt 7 Stimmen. Im ersten Wahlgang wurden nur 107 statt 111elektronische Boxen bedient, im zweiten Durchgang waren es 109von 112 Boxen. Zur Erinnerung - am Ende fehlten der südkoreanischenBewerbung 3 Stimmen, um mit Vancouver gleich zu ziehen.
 
Wie das IOC zu Protokoll gibt, konnte in keinemder Fälle eine Stimmenthaltung festgestellt werden (auchdafür gibt es nämlich einen eigenen Knopf). Thomas Bach,Vorsitzender der Juristischen Kommission des IOC schließtein technisches Gebrechen oder Manipulation allerdings aus.
 
Alterssenilität Schuld?
Das IOC ist ja bekanntermaßen nicht unbedingtein Freund des Fortschritts. Dementsprechend grenzte es fast schonan ein Wunder, dass im Jahr 2000 die elektronische Wahl eingeführtwurde - sehr zum Unmut der größtenteils überaltertenund etwas lebensfremden IOC-Mitglieder, die lieber beim altbewährten"Kreuzerl machen" geblieben wären. Zu allem Unglückmussten diese Mitglieder dann auch noch eine technische Einschulungüber sich ergehen lassen - also wirklich! So ist zum Beispielvon Prinzessin Anne bekannt, dass sie nie (!) von ihrem StimmrechtGebrauch macht...
Lustig: die Mitgliedschaft im IOC ist vererbbar - ähnlichwie in Adelskreisen, die zu einem guten Teil auch die Mitgliederdes IOC stellen. So überliefert die Legende, dass eine Prinzessinvor gar nicht allzu langer Zeit vorschlug, alle (!) Ballsportartenaus dem olympischen Programm zu streichen, um es etwas zu kürzen.Ja, es ist halt schön, wenn solche Leute über sportpolitischeMacht verfügen - da kann man sich wenigstens in sicherenHänden wähnen.
Montag, 14. Juni 2021
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