Mo, 18. Juni 2018

Banken-Sanierung

17.10.2007 14:39

BAWAG verkauft zwei Ostbanken

Der amerikanische BAWAG-Eigentümer drückt bei der Sanierung der fünftgrößten Bank in Österreich scharf aufs Tempo - und hat nun eine radikale Umkehr der bisherigen Osteuropa-Strategie verfügt: Dienstagvormittag hat der BAWAG-Vorstand den Verkauf der beiden Bankentöchter in der Slowakei („Istrobanka“) und in Tschechien („BAWAG Bank CZ“) beschlossen. Damit werden erstmals auch Teile des Kerngeschäfts - Bank-Business - versilbert.

Die Investmentbank Lehman Brothers sucht seit gestern Käufer für die zwei Institute mit zusammen rund 1.000 Beschäftigten. Bereits am Dienstag wurden die Aufsichtsbehörden in den beiden Ländern und die Belegschaften informiert.

Als Grund für den Verkaufsbeschluss für die zwei Osteuropatöchter nannten Nowotny und seine Vorstandskollegen Jochen Bottermann und International/Osteuropa-Chef Alois Steinbichler, dass die Marktanteilsziele - mindestens 5 Prozent zu erreichen - dort verfehlt wurden. Die slowakische Istrobanka hat es nur auf 2,6 Prozent Marktanteil gebracht, die tschechische Bank nur auf 1,1 Prozent.

Verkaufserlös auf rund 500 Millionen Euro geschätzt
Zu Preisen, um die Osteuropa-Banken üblicherweise ihre Besitzer wechseln, nämlich beginnend ab dem zweifachen Buchwert, kämen für die zwei Banken bei einem gemeinsamen Buchwert von 230 Millionen Euro also mindestens 460 Millionen Euro herein. Über Kaufpreiserwartungen äußerte sich der Vorstand am Dienstagabend nicht. Der Verkauf solle rasch erfolgen, aber nicht unter Zeitdruck, so Steinbichler.

Zu seinem Amtsantritt 2006 hatte Nowotny noch ganz andere Pläne mit den bestehenden Ostbanken gehabt, und auch Kapital zugeführt. Bis 2008 sollten die Osttöchter sogar ihr Geschäft verdoppeln, hatte es vor eineinhalb Jahren geheißen. Ein zuletzt noch sehr konkret verfolgter Expansionsplan für die Slowakei wurde ganz fallengelassen. Hier wurde in den letzten Monaten ergebnislos um einen Zukauf verhandelt.

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