26.07.2007 19:06 |

Doping ohne Ende

Moreni gedopt, 16. Etappe an Dänen Rasmussen

Die Tour de France droht vier Tage vor der Zieleinkunft in Paris endgültig im Dopingsumpf stecken zu bleiben. Nur einen Tag nach dem Skandal um Alexander Winokurow ist ein weiterer positiver Test bekannt geworden. Diesmal handelte es sich um einen erhöhten Testosteronwert beim 34-jährigen Italiener Cristian Moreni (im Bild), der für das französische Cofidis-Team fährt.

Cofidis hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend reagiert und den Ausstieg aus der diesjährigen Tour de France bekannt gegeben. Der Test sei bei der 11. Etappe am vergangenen Donnerstag durchgeführt worden. Der Radweltverband (UCI) lehnte eine Stellungnahme zunächst ab. Seine heuer beste Tour-Platzierung erreichte Moreni bisher auf der 12. Etappe mit Platz 13, im Gesamtfeld war er weit abgeschlagen.

Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass der als Favorit gestartete Kasache Winokurow am vergangenen Samstag mit Fremdblut gedopt war, sein Team Astana zog sich daraufhin ebenfalls von der Radrundfahrt zurück.

Resultate rücken in den Hintergrund
Die Ergebnisse der Tour rücken immer mehr in den Hintergrund, Doping ist längst zum beherrschenden Thema geworden, und das Fahrerlager ist gespalten: Eine Hälfte zeigte am Mittwoch mit einem stillen Protest zu Beginn der 16. Etappe ihre Wut. "Wir haben die Nase voll", sagte der Franzose Ludovic Turpinder. Der Sitzstreik erinnerte an die Skandaltour von 1998, als in Teamfahrzeugen massenhaft verbotene Substanzen sichergestellt worden waren.

Die andere Gruppe mit dem Gesamtführenden Michael Rasmussen ignorierte die Aktion indes und fuhr zunächst vorne weg. Der Däne, der wegen wiederholter Verstöße gegen die Meldepflicht ebenfalls unter Verdacht steht, wurde von den Zuschauern lautstark ausgepfiffen.

Die französische Sportministerin Roselyn Bachelot erhob schwere Vorwürfe gegen die UCI. "Wir können deren Nachlässigkeit nur beklagen", sagte sie. "Es gibt mit Sicherheit Teams, denen man keine Starterlaubnis hätte erteilen sollen."

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